1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Letzte Ausstellung des Künstlerinnenkollektivs Famka und Lesung

Ausstellung in Neuss : Bachmann-Lesung und spielerische Kunst

„Playtime“, die letzte Ausstellung des Künstlerinnenkollektivs Famka, wird mit einer Lesung von Petra Kuhles und Christiane Lemm eröffnet.

„Playtime“ heißt es vom  29. Mai bis zum 10. Juni im Caféraum des Rheinischen Landestheaters. Die neue und zugleich letzte Ausstellung des „Künstlerinnenkollektivs famka“ in der Pop-up-Galerie befasst sich mit Spielerischem. Michaela Masuhr, Janina Brauer und Claudia Ehrentraut setzen das Thema in Bildern, Skulpturen und beweglichen Objekten um. Für insgesamt drei Monate durften sie das Café in ein Atelier mit Aktionsfläche verwandeln und zeigen Ausschnitte aus dieser Zeit in einer Videoinstallation. Als Gast mischt Maria Brauer bei der „Playtime“mit.

 Petra Kuhles ist Schauspielerin und Dozentin an der Alten Post.
Petra Kuhles ist Schauspielerin und Dozentin an der Alten Post. Foto: Helga Bittner

Der Auftakt von „Playtime“ ist zugleich eine Playtime in Form einer Lesung: Petra Kuhles und Christiane Lemm rezitieren am Vormittag des morgigen Samstags aus der Erzählung „Ihr glücklichen Augen“ von Ingeborg Bachmann. Die Lesung wird mit Lautsprechern vor die Schaufensterfläche übertragen.

„Glück für die Augen“ gab es seit Mitte März auch im Café: Los ging es mit Druckarbeiten, dann folgten Ausstellungen mit den Titeln „das Unaussprechliche“ und „Mutanten“. Alle Präsentationen waren von Live-Arbeits-Sessions und Performances begleitet. Was nach der „Playtime“-Ausstellung mit der schönen Räumlichkeit in prominenter Lage geschehen soll, verrät ein Blick auf die Glasscheibe.

  • Claudia Ehrentraut, Michaela Masuhr und Janina
    Ausstellung in Neuss : Künstlerische Mutanten im Schaufenster
  • Der Vorsitzende Robert Jordan und seine
    Kunst in Neuss : Pop-up-Galerie im ehemaligen Ladenlokal
  • Ein Foto von einer Probe des
    Theater am Schlachthof in Neuss : Eine frühlingshafte Lesung als digitaler Hausbesuch

Ingeborg Bachmanns Erzählung dreht sich um Miranda. Sie ist extrem kurzsichtig. Auf jedem Auge 7,5 Dioptrien samt Astigmatismus. Ihren Augenfehler sieht sie als „Geschenk des Himmels“, um Hass und Hässlichkeit dieser Welt nicht klar sehen zu müssen. Ihre Brillen vergisst oder verliert sie ständig und so erkennt sie Menschen erst dann, wenn sie ihr gegenüberstehen, grüßt Laternenmasten und stößt gegen Glastüren…

Petra Kuhles und Christiane Lemm sind erfahrene Theater-Schauspielerinnen, die unter anderem viele Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen waren. Seit 2015 sind sie mit eigens von ihnen konzipierten literarischen Programmen unterwegs.

Petra Kules ist zudem seit 1997 Dozentin an der Alten Post, leitet dort das Erwachsenen-Ensemble „Kamel“. Kuhles, die auch Geige und Klavier gelernt und gespielt hat, war zuvor etwa in Köln engagiert, bei Jürgen Flimm, aber eben auch in Düsseldorf unter Volker Carnaris. Zwölf Jahre lang gehörte sie unterschiedlichen Ensembles an.

(NGZ)