Neuss: Leckereien aus dem Lego-Workshop des Clemens-Sels-Museums

Workshop im Clemens-Sels-Museum : Leckereien aus Lego

Bei dem Workshop im Clemens-Sels-Museum konnten Kinder aus Lego Süßes nachbilden. Die Ergebnisse sehen ziemlich lecker aus.

Tortenstücke, Lutschbonbons, Pralinen, eine ganze Menge Lollies und eine Vielzahl weiterer Süßigkeiten, zusammengesetzt aus Legosteinen, sind in Gläsern und auf Tellern angerichtet. Die Formen, die Süßigkeiten annehmen können, sind fast genauso mannigfaltig wie die Kombinationsmöglichkeiten der Klemmbausteine, aus denen sie an diesem Sommernachmittag entstanden sind. Im Workshop „Leckereien aus Lego-Steinen“ im Clemens-Sels-Museum konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Passend zur Ausstellung „Süßkram – Naschen in Neuss“ sind die sechs- bis zwölfjährigen Teilnehmer selbst zu Süßwarenherstellern geworden.

„Wenn man die Aufgaben nicht zu streng definiert und die Kinder einfach machen lässt, merkt man eine große Kreativität, aus der wirklich schöne Sachen entstehen“, sagt Inga Lisa Rybinski vom Clemens Sels Museum in Neuss. Die 28-jährige Kuratorin hat den Workshop mitorganisiert. Die Museumspädagogin will den Kindern neue Perspektiven eröffnen und ihr Kreativität fördern. Bei ihren Workshops für Kindern sei ein Teil immer der Wissensvermittlung vorbehalten. „Wir gehen durch die aktuelle Ausstellung. Der andere Teil ist aber kreative Arbeit. Damit bringt man den Kindern das Ausstellungsthema näher.“

Für die kreative Arbeit ist der Düsseldorfer Künstler Aran Hudson verantwortlich. Unter dem Künstlernamen „Cole Blaq“ ist er im Bereich der sogenannten Brick Art tätig – einer Form der bildenden Kunst, die mit Klemmbausteinen arbeitet. Bereits im dritten Jahr leitet Hudson die verschiedenen Lego-Workshops im Clemens Sels Museum. Als Pädagogen versteht er sich jedoch nicht. „Ich sehe mich nicht als Bertreuer“, sagt er, „sondern als Anleiter, der mit den Kids kreative Prozesse entwickelt. Anhand derer lernen sie das Material Lego neu kennen, entdecken das Museum.“ Hudson hat dabei auch den Anspruch, die Kinder spielerisch mit dem Format Ausstellung bekannt zu machen.

Dass es dabei keine strikte Tagesordnung gibt, verstehe sich von selbst. „Am Anfang lasse ich die Kids erstmal ohne Vorgaben bauen, damit sie als Gruppe warm werden können und die Steine kennenlernen“, sagt er. Erst danach fange er langsam an, Aufgaben zu stellen. Das kann zum Beispiel sein, ein großes Tortenstück zu bauen. „Wenn dabei aber eine Eigendynamik entsteht, weiß ich, es kann auch weitergehen, ohne dass ich neue Aufgaben stelle.“

Im Umgang mit den Kindern vermittelt Hudson vor allem das: Nicht zu viel denken, der Prozess ist das Ziel. „Wir brauchen noch eine Gabel“, rufen einige der Kinder, die soeben ihr Lego-Tortenstück auf einem Teller arrangiert haben.

Hudson wühlt in dem Berg aus Lego-Steinen, setzt drei, vier, fünf graue Steine aneinander, schon hat er die gewünschte Gabel in der Hand. „Die ist doch schief“, sagt ein Junge. „Ist doch nicht schlimm“, sagt Hudson. „Es geht darum, die Idee zu visualisieren, nicht um Perfektion.“ Die Kinder nicken beeindruckt.

„Am besten finde ich, dass wir eine ganze Station gebaut haben, wo Teig und Schokolade angerührt werden“, sagt Ann-Sophie. Die Neunjährige hat von dem Workshop durch ihren Opa erfahren. Die achtjährige Hana stimmt ihr zu. „Ich wusste gar nicht, dass man aus Lego Süßkram bauen kann. Ich fand die Idee verrückt. Aber dann habe ich gemerkt, das geht ja doch.“ Und auch der siebenjährige Lukas ist vom Workshop begeistert: „Besonders mag ich, mit Lego zu bauen. Das mache ich auch zu Hause viel.“

Am Folgetag findet wieder ein Lego-Workshop mit Aran Hudson statt. „Morgen ist das Thema Steinzeit dran“, sagt er. Als Inspiration besuchen die Kinder vorher die Steinzeit-Ausstellung im Clemens Sels Museum. Bei der Begeisterung, die die Lego-Workshops bei den Kindern auslösen, sind dann auch sicher einige der Teilnehmer vom Süßkram-Workshop wieder dabei.

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