Neuss: Langes Warten auf das neue Bürgeramt

Umbau im Rathaus: Langes Warten auf das neue Bürgeramt

Eigentlich hätte die neue Anlaufstelle für Neusser Bürger im März fertig sein sollen. Doch noch immer muss ein Provisorium herhalten. Schuld ist eine Kühldecke, die erneuert werden musste. Aber die Eröffnung ist in Sichtweite.

Es riecht nach Farbe im Erdgeschoss des Rathauses. Handwerker schrauben, hämmern und vermessen. Rot-weiße Absperrbaken und Hinweis-Zettel machen deutlich: Dort entsteht etwas Neues! Wer es schafft, einen Blick hinter die Planen zu werfen, der verschafft sich die ersten, kleinen Eindrücke vom neuen Bürgeramt der Stadt Neuss. „Aktuell machen wir den Innenausbau“, so ein Handwerker gegenüber unserer Redaktion. Das Problem: Das neue Prunkstück des Rathauses hätte längst fertig sein sollen. Als die Stadt die Öffentlichkeit im vergangenen Jahr über die umfangreichen Maßnahmen informierte, hieß es: Im März sind die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen. Jetzt, im Oktober, ist das Projekt noch immer nicht beendet.

Wie Stadtsprecher Peter Fischer auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, kommt es zu der Verzögerung, weil die Kühldecke erneuert werden musste. Diese Maßnahme sei vorher nicht einkalkuliert gewesen und habe sich auch durch das nötige Vergabeverfahren als langwierig erwiesen. Doch Fischer hat auch gute Neuigkeiten zu verkünden. So soll das neue Bürgeramt im Laufe des Oktobers übergeben werden. Dann geht es ans Einrichten, ehe die modernisierte Anlaufstelle für Neusser Bürger Ende Oktober beziehungsweise Anfang November eröffnet werden könnte – dieser Termin wird zumindest derzeit vorsichtig angepeilt.

Seit fast einem Jahr müssen die Mitarbeiter des Bürgeramtes nun bereits ein Provisorium nutzen. Alle Sitzungsräume in Eingang drei – gegenüber dem eigentlichen Bürgerbüro – waren damals umgewandelt worden. Die Infotheke befindet sich im Kohlschein-Zimmer, der Wartebereich im Clarenbach-Zimmer und im Weitz-Zimmer werden Bearbeitungen vorgenommen. Im letztgenannten hält die SPD eigentlich ihre Fraktionssitzungen, muss aber nun seit fast einem Jahr auf den alten Ratssaal ausweichen – „und da lässt die Akustik zu wünschen übrig, da es dort sehr hallt“, sagt der Fraktionsvorsitzende Arno Jansen.

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Doch die Abläufe im provisorischen Bürgeramt haben sich mittlerweile eingespielt, wie Bürgerin Annette Schneider bestätigt. „Die Wartezeit ist nicht all zu lang“, so die Neusserin, die am Donnerstag ihren Lebensgefährten zum Bürgeramt begleitete. Lediglich die Mülleimer vor der Eingangstür könnten öfter mal geleert werden. Auch Stadtsprecher Fischer bestätigt, dass es im Laufe der Umstellung nicht zu „Chaos“ gekommen sei: „Trotzdem freuen sich alle darauf, wenn das neue Bürgeramt fertig ist. Vor allem der derzeitige Wartebereich ist sehr eng.“

Aber was hat das neue Bürgeramt nach Abschluss der Arbeiten eigentlich zu bieten? Ein Herzstück der Umbaumaßnahme ist die Trennung von Warte- und Arbeitsbereich. Ziel ist es, ein ruhigeres Arbeitsumfeld zu schaffen. Gerade für die Mitarbeiter soll es bislang extrem schwierig gewesen sein, länger konzentriert zu arbeiten. Auch durch den erhöhten Lärmpegel. Der Warteraum soll Sitzgelegenheiten für rund 53 Personen plus 17 weitere im Außenbereich bieten. Im Kernbürgeramt sind darüber hinaus 14 Arbeitsplätze vorgesehen. Die komplette Struktur wurde überdacht und neu geplant.

Auch personell soll sich einiges zum Positiven verändern. So hatte die Stadt angekündigt, die offenen Stellen im Bürgeramt neu besetzen zu wollen.

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