Neuss: Kursteilnehmer backen traditionelles Brot

Alte Rezepte ausprobiert: Brot backen wie zu Omas Zeiten

In der Lehrküche der VHS haben sich Kursteilnehmer jetzt an traditionellem Backen probiert. Eine Rezeptsammlung für Bier- und Dinkelbrot, Rheinisches Schwarzbrot, Berliner Brot oder Sauerteigbrot diente dabei als Vorlage.

Die Lehrküche der VHS im Romaneum verwandelte sich jetzt in eine Backstube: Sieben Damen und zwei Herren reisten unter der Leitung von Kochdozentin Sabine Hachenberg in die Vergangenheit – „Brot backen wie bei Oma“ lautete das Thema. Grundlage bildete „Großmutters Backbuch“ von Landfrauen aus Wesel, eine handschriftliche Rezeptsammlung für Bier- und Dinkelbrot, Rheinisches Schwarzbrot, Berliner Brot oder Sauterteigbrot. Eins zu eins wurden die Rezepte aber nicht übernommen: „Die Zutaten haben sich inzwischen etwas verändert, zum Beispiel wird heute vermehrt mit Trockenhefe gearbeitet, weil das einfach schneller geht“, erklärt Sabine Hachenberg. Und auch schneller gehen muss, will man nach vier Stunden in der Lehrküche leckere Ergebnisse probieren können.

„Alte“ Zutaten wie Vollkorn-, Dinkel und Roggenmehl kamen aber auch zum Einsatz. Dagegen setzte die Köchin Zuckercouleur ein anstatt wie früher Zucker in der Pfanne zu karamellisieren. Sabine Hachenberg geht von Teilnehmer zu Teilnehmer, hilft und gibt Tipps. „Schön gleichmäßig verstreichen“, sagt sie zu Paula und Harald, die sich an Berliner Brot gewagt haben. Während Paula das mit Papier ausgelegte Backblech möglichst eisern festhält, verstreicht Harald mit Hilfe eines Teigschabers gleichmäßig den glänzenden dunkelbraunen Teig. Anschließend bestreut Paula ihn mit gehackten Haselnüssen. „Nach dem Backen wird das Brot in Stücke geschnitten – es erinnert dann an amerikanische Cookies“, erklärt Sabine Hachenberg.

Paula nimmt zum ersten Mal an einem Brotbackkursus teil. „Ich habe mich zu Hause noch nicht getraut, Brot zu backen. Da ich aber gerne frisches esse, hole ich mir hier Anregungen“, sagt sie. Harald hat dagegen schon oft zu Hause Brot aus dem heimischen Offen genossen, hofft aber nun auf neue Rezepte und Kniffe. Während die ersten Brote in die Backöfen geschoben werden und sich ein köstlicher Duft verbreitet, steht die Zubereitung von Dipps auf dem Plan - „damit das Brot später noch besser schmeckt“, so Sabine Hachenberg.

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Suse hat bereits ein Haferstangenbrot kreiert und würfelt nun sorgfältig Möhren für einen süß-sauren Möhrenaufstrich. „Die Möhren werden gemeinsam mit Äpfeln und Essig aufgekocht und püriert“, verrät sie. Suse kommt regelmäßig von Düsseldorf nach Neuss zur VHS und hat schon viele Kochkurse besucht. „Beim Brotbacken bin ich jetzt aber auch das erste Mal dabei“, sagt sie.

Daheim habe sie zwar einen Brotbackautomat, aber damit zu backen sei nicht so toll. Nun will sie die heute erlernten Rezepte zu Hause ausprobieren. Während die Brote backen, wird die Zeit noch für „Omas Stuten“ genutzt – dessen Zubereitung hat Sabine Hachenberg spontan hinzugenommen. Ihr ist es wichtig, dass es in ihren Kursen nicht nur allein um das leibliche Wohl geht: „Das Ganze ist auch eine kommunikative Veranstaltung – die Menschen lernen sich kennen, kommen durch das gemeinsame Tun ins Gespräch und hoffentlich öfter zu den Kursen“, erläutert die Fachfrau.