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Neuss: Kunst in der Trafostation entdecken

Neusser Mosaike : Kunst in der Trafostation entdecken

Im Rahmen der Reihe „Neusser Mosaike“ laden NGZ und Neuss Marketing jetzt in den Kunstraum Deutsche Straße.

Sein Name ist untrennbar mit dem von ihm gegründeten Kunstraum Neuss verbunden: Günter Meuter, Grafik-Designer, Künstler, Enfant terrible der Neusser Kulturszene, selbsternanntes Gesamtkunstwerk. Nach seinem Tod im Sommer 2013 stand der Kunstraum, dessen Seele er war, vor dem Aus. Doch der Verein der Freunde und Förderer des Museums Kunstraum Neuss wollte das nicht widerstandslos hinnehmen, sondern Meuters Idee und den Zweck des Vereins am Leben halten: jungen, noch unbekannten Künstlern eine, vielleicht die erste Ausstellung zu ermöglichen. Bereits im Februar 2014 fand die nächste Vernissage statt. Seither organisiert der Verein sechs Ausstellungen pro Jahr und bietet Nachwuchskünstlern so zum Nulltarif eine attraktive Plattform.

Aktuell zeigt dort noch bis zum 23. September der Wahl-Neusser Rüdiger Kohl seine sehenswerten Fotografien. Auch die werden natürlich Thema der nächsten „Neusser Mosaike“-Tour am 15. September sein, zu der Neusser Marketing und die NGZ einladen. Doch Michael Koenigs vom Vorstand des Fördervereins weiß natürlich noch viel mehr zu berichten: über das Gebäude, über Günter Meuter, den Kunstraum und die Kunst. Bei einem Getränk in der angegliederten Kunst-Kneipe „Trafostation“ können die gesammelten Eindrücke anschließend verarbeitet werden.

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Der spröde Charme von Industrie-Architektur scheint Künstler besonders anzusprechen. Ähnlich muss es auch bei Günter Meuter gewesen sein. Der verlegte seinen 1985 eröffneten Kunstraum Neuss Anfang der 1990er Jahre von einer alten Kartonagefabrik in der Nordstadt in die ehemalige Trafostation am Stadtgarten. „Er hat hier viel rumgebastelt: einen neuen Boden verlegt, eine kleine Kneipe eingerichtet“, berichtet Weggefährte Michael Koenigs, „aber seine hochfliegenden Pläne für einen Holzanbau samt Glasfront waren nicht zu finanzieren.“ Viel ist es nicht, was über die Geschichte des Gebäudes bekannt ist: kurz nach dem Krieg errichtet, um die anliegenden Wohngebiete mit Strom zu versorgen, muss die Trafostation nach Informationen von Michael Koenigs bis in die 1960er oder 1970er Jahre in Betrieb gewesen sein. Bilder aus dieser Zeit, so bedauert er, besitzt der Förderverein nicht.

 Neusser Mosaike
Neusser Mosaike Foto: Stadtmarketing Neuss

Die Galerie widmet sich in Einzel- und Gruppenausstellungen überwiegend zeitgenössischer Kunst: Malerei, Plastik, Installationen, Videokunst, Fotografie und Performance – immer mit dem Schwerpunkt auf Avantgarde-Kunst.

Längst hat sich das Museum Kunstraum Neuss in der Szene etabliert, inzwischen bekommt der Verein zahlreiche Anfragen von Künstlern, die gern dort ausstellen möchten. „Für das Jahr 2019 sieht es schon sehr gut aus“, verrät Michael Koenigs. Gerade wurde außerdem der Erbpachtvertrag zwischen dem Förderverein und der Stadt Neuss verlängert – bis zum Herbst 2029. Das gibt Planungssicherheit.

(NGZ)