Neuss: Kleingärtner schockiert über Ekel-Einbrecher

Anlage in Neuss: Kleingärtner schockiert über Ekel-Einbrecher

Seit einem Dreivierteljahr treibt ein Mann in den Kleingartenanlagen der Neusser Nordstadt sein Unwesen - er bricht in Lauben ein und kotet hinein.

Es ist immer dasselbe Muster. Aufgehebelte Tür oder eingeschlagene Fensterscheibe, gestohlene Alkoholflaschen - und Kot quer in der Gartenlaube verteilt. Die Kleingärtner in der Neusser Nordstadt haben genug. Mehr als zehn Fälle dieser Art wurden Friedhelm Doll, dem Vorsitzenden der Kleingärtnervereine in Neuss, im vergangenen Dreivierteljahr gemeldet. In den letzten Wochen hat sich die Schlagzahl erhöht.

"Es betrifft eigentlich alle Vereine in der Nordstadt. Es scheint immer derselbe Täter zu sein, auch wenn wir es nicht beweisen können. Besonders die Geschichte mit der verrichteten Notdurft höre ich von vielen Betroffenen", sagt Doll, der die Kollektivversicherung der Neusser Gartenlauben verwaltet und deshalb jeden dieser Vorfälle gemeldet bekommt. Bereits einige Male sei ein Mann auf frischer Tat in der Anlage ertappt worden und auch von der Polizei aufgegriffen worden. "Der Täter dürfte der Kripo eigentlich namentlich bekannt sein", sagt der Vorsitzende. Dennoch treibt der Ekel-Einbrecher weiter sein Unwesen auf der Furth.

Peter Kamm wurde Opfer des Mannes, der bei seinen Taten den unappetitlichen "Fingerabdruck" hinterlässt. Kamm hat reagiert und sowohl die Fenster als auch die Tür seiner Gartenlaube vergittert. "Er ist fast jeden Tag in der Anlage. Wo kein Gitter ist, bricht er ein und verrichtet seine Notdurft", sagt der Kleingärtner, der angibt, die Vorgehensweise der Polizei nicht nachzuvollziehen. "Er wird immer wieder freigelassen", sagt der 74-Jährige.

In einem Fall hätte der unliebsame Gast eine Kleingärtnerin sogar schwer beleidigt und auch versucht, sie anzugreifen. Um vor dem möglicherweise obdachlosen Mann zu warnen, sei in der Vergangenheit auch ein Foto von ihm ans Schwarze Brett der Anlage - auf der die Vereine Kleingärtnervereine Weißenberg, Hohle Hött und Grenzland beheimatet sind - gepinnt worden. "Aber irgendjemand hat es wieder entfernt", sagt Kamm, der den Mann mit seiner Wildtierkamera hat aufnehmen können: "Die Bilder sind bei der Kripo."

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Wie Polizeisprecherin Daniela Dässel auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, gibt es einen Verdächtigen, der immer wieder mit den erwähnten Delikten auffällt. "Gegen ihn liegen mehrere Ermittlungsverfahren vor", so die Sprecherin. Unter anderem werden dem jungen Mann Einbruch, Hausfriedensbruch und Ladendiebstähle vorgeworfen. "Es lag auch schon ein Haftbefehl gegen den Verdächtigen vor", fügt Daniela Dässel hinzu.

Jürgen Vortanz, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Nordstadt, hat selbst die Initiative ergriffen. Gemeinsam mit weiteren Gartenfreunden traf er sich bereits mehrfach um Mitternacht auf der Anlage an der Bataverstraße, um - mit Funkgeräten ausgestattet - das Gelände zu durchkämmen. "Dreimal haben wir den Mann auf frischer Tat ertappt, dreimal wurde er von der Polizei mitgenommen", sagt Vortanz und fügt hinzu: "Die Gartenfreunde in der Nordstadt haben so langsam keine Lust mehr. Das ist wirklich sehr unangenehm."

Rechts auf diesem Foto soll der Verdächtige zu sehen sein. Foto: Kamm

Bereits vor zwei Jahren wurden einige Kleingärtner in der Nordstadt zu Einbruchsopfern. Damals waren es aber offenbar andere Täter. "Mir wurden 20 Kilogramm Messing gestohlen ", erinnert sich Peter Kamm.

(jasi)
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