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Neuss: Klassiknacht lässt Rosengarten aufblühen

18. Klassiknacht : Ein Sommerzauber im Rosengarten

Die Deutsche Kammerakademie Neuss (DKN) zog am Freitagabend tausende Besucher in ihren Bann. Über das Wetter konnten sich die Gäste der 18. Klassiknacht im Rosengarten auch nicht beschweren.

Die 18. Klassiknacht im Rosengarten Neuss brach alle Rekorde. Ganz sicher spielte das wunderbare Wetter am Freitagabend eine mitentscheidende Rolle, dass „eher 5000 als 4000 Besucher den Stadtgarten bevölkerten“, wie Mitarbeiter des privaten Security-Dienstes einvernehmlich schätzten. Einen „Sommerzauber“ versprachen „Neuss Marketing“ und der Multitechnologiekonzern 3M, seit vielen Jahren Hauptsponsor dieser Sommernacht, die von der Deutschen Kammerakademie Neuss (DKN) bespielt wird.

Noch nie war die Anzahl begeisterter Klassikfans größer, in weitem Rund saßen Gruppen, auch an der Böschung zum Nordkanal. Außergewöhnlich viele Tische mit bei Windstille optimal entfalteter Kerzenbeleuchtung prägten die Totale. Marius (27) und Roland (34) boten mit verbrennenden Leuchten und Flammen, im Takt der Musik geschwungen, den Zuschauern eine zusätzliche Attraktion. Beide sind im Neusser Jonglierverein „Rhein-Erft-Juggling“ organisiert. Lisa Heinen zog die Nacht im Rosengarten mit etlichen Kolleginnen der Chorprobe im Reuschenberger Gospelchor „Together“ vor: „Wir sind entschuldigt!“ Auch für Rhonice ist die Klassiknacht „ein Muss“. Die Niederländerin lebt schon viele Jahre in Neuss und bedauert, „dass die meisten Neusser dieses Orchester von Weltrang nicht uneingeschränkt schätzen“.

Darauf verweist immer wieder auch der Musikwissenschaftler und Hörfunkmoderator Daniel Finkernagel, der inzwischen schon traditionell höchst unterhaltsam die Sommernacht begleitet: „Energie und Leidenschaft passen bei diesem Neusser Orchester im Herzen des Rheinlandes mit Spielern aus 20 Nationen wunderbar zusammen.“ Die DKN präsentierte ein anspruchsvolles Programm. „Das ist mir ein wenig zu viel Wagner“, monierte Wolfgang Kammer (76), seit vielen Jahren DKN-Fan. Und auch Strawinskys Sätze aus der Ballettsuite „Der Feuervogel“ klingen im Konzertsaal erfolgreicher. Glücklicherweise gab es aber auch noch DKN-Konzertmeisterin Eva Stegemann, die einen wunderbaren Sommer aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ zelebrierte, und Guido Gorny, der Rimski Korsakows virtuosen „Hummelflug“ auf der Tuba zum heiteren Spektakel machte und dafür begeisterten Beifall erhielt.

Erstmals leitete die DKN Christoph Koncz. (30). Der vielseitig begabte Geiger, Dirigent und Stimmführer (2. Violine) bei den Wiener Philharmonikern engagierte sich temperamentvoll im jungen Orchester und leitete als Zugabe aus seinem Wiener Repertoire die schnelle Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauss (Sohn). Im Jubel vieler tausend Stimmen ging das Finale mit Edward Elgars Orchestermarsch „Pomp and Circumstances“ – begleitet von einem spektakulären Feuerwerk – keineswegs unter. Gefühlte ebenso viele Wunderkerzen erleuchteten den Nachthimmel.