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Neuss Kindervorstellung im Auto mit Fug & Janina vom Theater am Schlachthof

Neues Angebot in Neuss : Kindertheater im Auto

Charlotte (3) war nicht weniger aufgeregt als ich. Ihr erstes Kindertheater im Auto, mein erstes Erlebnis als Zuschauer überhaupt im Auto. Ob das klappen würde? Mit dem Ton zum Beispiel? Und wie ist die Sicht auf die kleine Bühne?

Charlotte also hüpfte ihre Aufregung heraus (natürlich durfte sie den Kindersitz verlassen, so lange wir auf dem Parkplatz standen), während ich die abgeklärte Oma gab.

Die Beschreibung, die Britta Franken vom Theater am Schlachthof (TaS) reingereicht hatte, war eindeutig: das Kabel einfach in den „Aux“-Anschluss (so einer da ist) stecken, das Radio anmachen und schon ertönt die „Fahrstuhlmusik“ (Franken), um die Wartezeit zu verkürzen. Hmm. Und wo ist in diesem Auto,  das zwar auch mir mitgehört, aber nicht so oft von mir gefahren wird, der „Aux“-Anschluss? Und wo ist das Kabel? Ich finde keins, im Kästchen nicht und im Auto liegt auch keins rum.

Bevor jedoch eine leise Panik angesichts eines drohenden technischen Kollaps in mir hochsteigen konnte, machte ich, was angeblich nur Männer tun: so tun, als ob ich alles weiß. Das Kabel kam (war nur vergessen worden), den Anschluss hatte ich nach einigem Suchen auch gefunden, und weil wir so rechtzeitig da waren, lag ich wunderbar in der Zeit. Tatsächlich erklang die „Fahrstuhlmusik“, und als das Programm dann losging, war alles fertig.

Fug & Janina winken den Kinder im Auto zu. Foto: Leo Kammer

Und Charlotte? Turnte erst mal mächtig im Auto herum. Klar, wann hat so ein kleines Kind auch mal die Möglichkeit, seinen angestammten Sitz im Auto zu verlassen? Sie stand, sie saß, sie trank, sie guckte, sie schnippte und winkte – und ich saß hinterm Steuer gefangen. Viel Bewegungsfreiheit hatte ich nicht, aber die Fenster durfte ich wenigstens öffnen, da ich natürlich mit Abstand zu den anderen Wagen eingewiesen wurde. Es musste also reichen, wenn ich mal den Arm rausstreckte, den Daumen nach oben reckte, mitschunkelte und mich ansonsten daran hielt, was Fug & Janina verlangten: den Refrain mitsingen oder auf eine Armbewegung von Fug hin „quak“ oder sonstwas zu rufen. Was man halt so tut, um eine Dreijährige bei Laune zu halten.

Rund 45 Minuten dauerte der Spaß. Und just in dem Moment, als Janina das letzte Lied ankündigte, sagte Charlotte jene vier Wörter, vor denen ich mich schon eher – um nicht zu sagen: seit Beginn an – gefürchtet hatte: „Wann ist Schluss, Oma?“ Was hätte ich dann getan? Wäre für alle gut sichtbar ausgeschert und von meinem hintersten Platz wie beim Spießrutenlauf – in diesem Fall wohl eher Spießrutenfahrt – an allen anderen Wagen vorbei Richtung Ausfahrt gerollt? Zum Glück blieb es nur bei dieser gedanklichen Vorstellung, meine Erleichterung, mit dem einen Wort „Jetzt!“ auf Charlottes Frage zu antworten, dürfte eigentlich unüberhörbar gewesen sein.

Charlotte jedenfalls hatte viel Spaß. Knabberte mit Hingabe an den Salzbrezeln, nuckelte an der Flasche mit Apfelschorle (gehört schließlich dazu), genoss es, im großen Auto vorn zu tun, was sie sonst nie darf. Bis auf die Sache mit dem Beifahrerfenster: Da war ich froh, dass ich selbiges auf meiner Seite hoch- und runterfahren konnte. Sonst wäre sie kopfüber rausgefallen.

Das Theater am Schlachthof macht weiter – im Juni. Fug & Janina werden am 7. Juni um 14 und um 16 Uhr im „Theater auf’m Parkplatz“ auftreten. Weitere Infos zum Programm gibt es im Internet unter www.tas-neuss.de.