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Neuss: Kiesgrube bleibt Zankapfel der Politik

Open-Air-Club in Neuss : Kiesgrube bleibt ein Zankapfel der Politik

Im Umweltausschuss ging es um das Areal am Blankenwasser und die Zukunft des Open-Air-Clubs Kiesgrube. Geht es nach Schwarz-Grün, hat er keine Zukunft am jetzigen Standort. Es ist ein Gespräch im Rathaus geplant.

Die schwarz-grüne Koalition spricht sich gegen die Zukunft des Open-Air-Clubs „Kiesgrube“ am Blankenwasser aus. Im Umweltausschuss fand Ingeborg Arndt (Grüne) am Dienstagabend klare Worte. Die Veranstaltungen an diesem Ort seien mit Blick auf Umwelt und Naturschutz ein „No Go, und damit Schluss“. Vertreter der CDU betonten, Schwarz-Grün werde den Antrag der SPD, das Areal am Blankenwasser gemeinsam mit den Eigentümern zu einem Freizeit- und Erholungsgebiet mit zum Beispiel Wasserski zu entwickeln und den Open-Air-Club langfristig am Standort zu erhalten, nicht nur im Umwelt-, sondern auch in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses abschmettern. „Die SPD sollte den Antrag lieber gleich zurückziehen“, sagte Ingrid Schäfer (CDU). Das wies Michael Ziege (SPD) zurück. „Wir halten daran fest – und wir setzen uns dafür ein, dass die Kiesgrube erhalten bleibt. Der Open-Air-Club ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt und weit über Neuss hinaus bekannt.“

Die schwarz-grüne Koalition stützt ihren Kurs auf eine Stellungnahme der Verwaltung, die wiederum unter anderem auf das Renaturierungskonzept verweist, für dessen Umsetzung der Rhein-Kreis Neuss verantwortlich zeichne. Die Verwaltung führt Umweltaspekte an und weist darauf hin, dass es sich bei dem Gewässer um ein wichtiges Element im städtischen Biotopverbund handele. Schützenswert seien insbesondere Kreuzkröte und andere Amphibien. Das gelte es zu berücksichtigen.

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Die Erlaubnis, auf der Veranstaltungsfläche der Firma Tribehouse musikalische Events durchzuführen, läuft zum 31. Dezember aus. Die Stadt hat betont, aus planungsrechtlichen Gründen könne darüber hinaus keine weitere Genehmigung in Aussicht gestellt werden. Der Grund: Anfang des nächsten Jahres sollen ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf Teilflächen des Veranstaltungsgeländes angepflanzt werden und das Restgrundstück – wie im gültigen Bebauungsplan festgesetzt – zu gewerblichen Flächen genutzt werden. Es scheint, als könnte die Kiesgrube am Jahresende in Neuss ausgetanzt haben. Gerade ist dort die 21. Saison zu Ende gegangen. Sechs Veranstaltungen mit je rund 3000 Besuchern.

Veranstalter Tom Preuss betont, dass im Rathaus ein Gespräch über die Zukunft des Open-Air-Clubs geplant sei. „Wir sind von beiden Bürgermeistern immer herausragend gut unterstützt worden. Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, sagt Preuss. „Natürlich haben wir einen Plan B und einen Plan C. Aber ich möchte keine Gelegenheit missen, das Gespräch mit der Stadt Neuss zu suchen.“ Es habe stets eine gute und vertrauensvolle Atmosphäre geherrscht.

Die Neusser Jusos üben harsche Kritik an der schwarz-grünen Koalition. „CDU und Grüne sind die Totengräber der Kiesgrube“, teilten sie gestern mit. Ronald Voigt und Joel Franosch vom Vorstand der Neusser Jusos sprechen gar von „jugendfeindlicher Politik“. Schwarz-Grün weist das zurück. „Wir haben unsere Gründe ja ausführlich im Umweltausschuss dargelegt“, betont Ingrid Schäfer. „Und wir halten an bestehenden Beschlüssen fest.“