Neuss: Keine Weihnachten ohne Deko

Geschmücktes Haus in Neuss : Ho, Ho, Ho! Keine Weihnacht ohne Deko

Jedes Jahr schmückt die Familie Günther ihr Haus mit viele Liebe zum Detail. Neun Kartons mit Deko-Artikeln werden dabei verwendet. Tochter Leah (22) hat sich sogar ein eigenes Weihnachts-Outfit genäht.

Seitdem die Wollnys nicht mehr in Neuss wohnen, gibt es in der Adventszeit nur noch wenig Dekoration an den Häusern der Eichendorffstraße zu bestaunen. War die bekannte TV-Familie doch bekannt für ihren Hang zu extravagantem Weihnachtsschmuck. Doch flaniert man in diesen Tagen durch die Straße, dann fällt ein Haus ganz besonders auf: Ein großer leuchtender Kranz über der Tür, goldene Kugeln, die liebevoll an der Außenfassade angebracht wurden. Dass das Haus aus dem Jahr 1904 auch noch in weihnachtlichem Rot gestrichen wurde, ist nach Angaben von Elsbeth Günther reiner Zufall, wie sie lachend versichert. Für die Bewohnerin ist die Dekoration im Innen- und Außenbereich nichts Besonderes mehr: „Wir machen das seit Jahren so.“ Angefangen habe sie wegen der Kinder.

Spätestens, wenn ihr Mann Klaus die neun Kartons mit den Kugeln, Ästen, Schleifen, Engeln und weiteren Deko-Artikeln aus dem Keller nach oben schleppt, dann bedeutet das: Weihnachten steht vor der Tür. Zwei bis drei Tage braucht Elsbeth Günther, um das Haus nach ihrem Geschmack zu schmücken. Die Lichter erhellen dann ab Totensonntag das Haus. Doch auch außerhalb der Weihnachtszeit hat die Neusserin ein Faible für Dekoration. „Wir leben halt so verkitscht“, sagt sie scherzhaft.

Der Tannenbau wird per Fernbedienung erleuchtet. Foto: Simon Janßen

Unterstützt wird Elsbeth Günther von ihrer Tochter Leah. Die Modedesign-Studentin hat sich sogar einen eigenen Weihnachtsdress genäht, von dem sie manche Elemente bereits in der Vorweihnachtszeit trägt. Auch die passende Schminke – unter anderem mit Sternen – darf nicht fehlen. Die 22-Jährige fällt gerne auf. Seit 2012 ist sie sogenannte Cosplayerin – das heißt, dass sie mit Outfits, Schminke und Co. in die Rolle von Figuren aus Comics, Mangas oder Videospielen schlüpft. Unter dem Künstlernamen „Loony Leah“ betreibt sie sogar einen eigenen YouTube-Kanal. Einmal hat sie Weihnachtskugeln mit Sailor-Moon-Motiv kreiert (einer ihrer liebsten Comic-Charaktere). „Doch die durfte ich nur in meinem Zimmer aufhängen, weil sie nicht zur restlichen Dekoration im Haus passten“, erzählt die Studentin lachend.

Die Krippe wurde mit viel Liebe zum Detail gebaut. Foto: Simon Janßen

Der selbstgemachte Adventskalender im Treppenhaus ist über die Jahre geschrumpft. Als noch alle Kinder im Haus lebten, hingen dort stolze 96 Päckchen. Verändert hat sich auch der Weihnachtsbaum. Setzte die Familie früher auf ein echtes Exemplar – sogar mit echten Kerzen bestückt – ist im Wohnzimmer mittlerweile eine künstliche Tanne zu finden, die per Fernbedienung erleuchtet werden kann. Das Umdenken hat einen Grund: „Ich sehe nicht ein, dass für die zwei Wochen ein Baum gefällt werden muss“, sagt Elsbeth Günther. Bei dem Kunstbaum handele es sich zwar um Plastik, dafür könne er jahrelang verwendet werden. Auch die liebevoll gestaltete Krippe ihres Vaters, die er in den 80er Jahren baute, ist ein Highlight. Auf jährliche Variationen verzichtet die Familie, nur manchmal kommt das ein oder andere Detail hinzu. „Ich müsste es eigentlich zurückfahren, es nimmt Überhand“, sagt Elsbeth Günther schmunzelnd. Doch die Details, die in dieser Zeit für eine wohlige Atmosphäre sorgen, sind ohnehin nur ein Randaspekt. Und so steht auch bei den Günthers das Beisammensein mit den Liebsten im Vordergrund.

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