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Neuss: Kein Corona-Test trotz Reise in Risikogebiet Ischgl

Paar aus Neuss : Kein Corona-Test trotz Reise ins Risikogebiet Ischgl

Ein Paar aus Neuss ist mit Fieber aus dem Urlaub zurückgekommen – einen Corona-Test gab es noch nicht. Nach Angaben eines Kreissprechers soll der Test jedoch so schnell wie möglich nachgeholt werden.

Vor knapp einer Woche waren sie noch in einem Risiko-Gebiet im Urlaub, nun weist ein Neusser Paar, das anonym bleiben möchten, Symptome auf, die auf das Coronavirus hindeuten könnten. Doch getestet wurden die beiden bislang noch nicht.

Der Reihe nach: Am 7. März machten die beiden Neusser sich auf den Weg ins österreichische Ischgl, um dort Urlaub zu machen. Zunächst läuft alles nach Plan, doch nach einigen Tagen bekommt das Paar mit, dass sämtliche Bars geschlossen werden sollen. „In den Almhütten haben die Mitarbeiter plötzlich nur noch mit Handschuhen bedient“, sagt die Neusserin. Als sie am 13. März erfahren, dass das Tal geschlossen wird, brechen die zwei ihren Urlaub vorzeitig ab und machen sich auf den Rückweg. „Schon im Auto hatte ich die ersten Symptome“, äußert sich die Frau. Es habe mit Schlappheit und Schüttelfrost begonnen, mittlerweile hätten sie und ihr Freund auch leichtes Fieber, Husten und gelegentliche Übelkeit.

„Wir haben dann das Gesundheitsamt benachrichtigt, damit wir auf das Coronavirus getestet werden. Am Telefon wurden auch unsere Daten aufgenommen“, sagt die Frau. Doch auch Tage später sei ein solcher Test noch nicht zustande gekommen. Und das, obwohl sich das Paar in einem Risikogebiet befunden hatte. Nach Angaben von Kreissprecher Benjamin Josephs soll der Test so schnell wie möglich nachgeholt werden. „Im Normalfall führen wir selbstverständlich Tests bei Menschen durch, die in solchen Krisengebieten waren“, sagt er. Auch andere Ischgl-Reisende aus dem Rhein-Kreis Neuss hätten sich dieser Prozedur bereits unterzogen. Warum der Test bei dem Paar bislang nicht zustande gekommen ist, sei aktuell fraglich.

Das Problem: Zwar wurde das Paar von einem Hausarzt krankgeschrieben, doch der Sohn, der im gleichen Haus wohnt, zeige aktuell keine Symptome und habe deshalb keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten. „Er muss arbeiten gehen, obwohl er Kontakt zu uns hat und sich bei uns anstecken könnte“, sagt die Neusserin, die sich nun Sorgen macht, dass sich das Virus auf diese Art und Weise weiter verbreitet: „Die Gefährlichsten sind diejenigen, die nicht wissen, dass sie infiziert sind.“

(jasi)