Autokino auf dem Neusser Kirmesplatz Geisterspiel-Atmosphäre beim Public Viewing

Neuss · Am Samstag wurde die erste Bundesliga-Konferenz nach der Corona-Pause im Autokino auf dem Kirmesplatz übertragen. Obwohl der Eintritt kostenlos war, kamen lediglich fünf Autos mit 13 Insassen. Spaß hatten sie trotzdem.

 Nur wenige Autos fanden am Samstag den Weg auf den Kirmesplatz. Dort wurde nachmittags die Bundesliga-Konferenz übertragen.

Nur wenige Autos fanden am Samstag den Weg auf den Kirmesplatz. Dort wurde nachmittags die Bundesliga-Konferenz übertragen.

Foto: Andreas Woitschützke

Dass der 26. Bundesliga-Spieltag gewöhnungsbedürftig sein wird, war allen Fußballfans vorher bewusst.  Dass Sven Kukulies (52), Organisator des ersten Neusser Autokinos auf dem Kirmesplatz, erst drei Tage vorher die Idee hatte, dort die Ligaspiele in einer Konferenzschaltung live zu übertragen, war wohl doch zu sehr Schnellschuss. Ganze fünf Autos mit 13 Insassen fanden sich bei freiem Eintritt ein. Drei Radfahrer verließen nach einer Viertelstunde den Platz, nachdem sie auf ihren Smartphones vergeblich die UKW-Frequenz für die Tonübertragung gesucht hatten. Quasi über Nacht hatten die Stadtwerke Neuss ihre LED-Leinwand aufgestellt, die auch bei Sonnenlicht optimale Bilder liefert.

„Das gleicht hier einer klinischen Studie auf einem Kirmesplatz, Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen“, subsumierte ein WDR-Kamerateam seine Eindrücke ob der wenigen Bilder für das abendliche Regionalprogramm. Am gleichen Abend sagte Fußballkommentator Manni Breuckmann, der auch schon mal die berühmte Klassiknacht im Neusser Rosengarten moderierte (2008), im Deutschlandfunk: „Die spielen heute nicht für mich als Fußballfan, sondern dafür, dass sie die 300 Millionen an Fußballgeldern nicht zurückzahlen müssen.“ 

Deutlich positiver sah das Spektakel der Neusser Andreas Schröder (40), der mit seinem Sohn Mike Lukas (13) auf den Kirmesplatz gefahren war: „Auch wenn die Live-Atmosphäre fehlt, finde ich das Angebot allemal besser als zu Hause zu sitzen.“ Der Eintracht Frankfurt-Fan  genoss die Gemütlichkeit im Auto – „ist sogar praktischer als im Stadion“ – und die Tatsache, dass ihn Platzanweiser Omeed (28) natürlich in die erste Reihe stellte. Wenig zu tun hatte auch das Catering-Team um Sebastian (33): Sie produzierten schon mal Popcorn für die Abendvorstellung im Autokino.

Das erfüllt mit etwas über 100 Autos pro Vorstellung nicht ganz die Erwartungen von Sven Kukulies: „Bisher ist das Autokino ein Hobby von mir, das ich für die Bürger in Neuss veranstalte.“ 

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