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Neuss: Katastrophenschutz sucht Nachwuchs

Nachwuchsprobleme in Neuss : Werbung für das „Blaulichtmilieu“

Der Arbeitskreis Örtliche Gefahrenabwehr in Neuss sucht nach Verstärkung.

Jörg Geerlings war früher selbst Mitglied beim Katastrophenschutz des THW. Er weiß also Bescheid, wenn er darüber spricht, wie wichtig Organisationen wie das Technische Hilfswerk in Notfällen sind. Dem heutigen CDU-Landtagsabgeordneten ist aber auch bewusst, dass es immer schwieriger wird, Nachwuchs für das Ehrenamt im „Blaulichtmilieu“ zu finden. Deshalb suchte er den Kontakt zu den Stadtwerken Neuss, die nun auf einem ihrer 83 Stadtbusse Werbung für das Ehrenamt machen. „Macht Sinn. Macht Spaß. Macht mit!“ lautet das Motto.

Unterschiedliche Organisationen setzen – mit Ausnahme der Polizei – zu großen Teilen auf ehrenamtliche Helfer, die erst den Schutz der Bevölkerung vor den unterschiedlichen Gefahren und Katastrophen ermöglichen. Seit dem Wegfall der Wehrpflicht in Deutschland, der erfolgte im Jahr 2011, wird es jedoch zunehmend schwieriger, ehrenamtliche Mitglieder zu gewinnen. Darauf will der Arbeitskreis Örtliche Gefahrenabwehr in Neuss, dies ist ein Zusammenschluss von Feuerwehr, Polizei, THW, Wasserwacht, DLRG, dem Deutschen Roten Kreuz, Notfallseelsorge, Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst, mit der bunten Buswerbung aufmerksam machen – denn „Blaulicht braucht Dich!“ steht schließlich groß auf den Bus geschrieben. „Ein Stück weit sind wir bei der Suche nach neuen Mitgliedern Konkurrenten, aber wir vermitteln auch untereinander. Das Ziel ist, dass alle aus dem Blaulichtmilieu Verstärkung bekommen“, sagt Armin Riemer, der Sprecher des Arbeitskreises.

Die Stadtwerke beteiligten sich an den Kosten und lassen den Bus ein Jahr lang mit der Ehrenamtsreklame auf verschiedenen Routen durch ganz Neuss fahren. Verantwortlich für das Design ist Volker Schächtele. Der Grafik-Designer, mit einer Vergangenheit als Ehrenamtlicher beim DRK, beschäftigt sich seit Anfang des Jahres mit dem Thema und stand im ständigen Austausch mit dem Arbeitskreis. „Die Ideen zum Design und Text kommen unter der Dusche und manchmal auch vor dem Einschlafen. Wir hatten zehn Vorschläge mit unterschiedlichen Headlines, die immer weiterentwickelt wurden“, berichtet Schächtele. Dass auf dem Bus „An alle von zwölf bis 99“ steht, ist dabei kein Zufall: „So ist es auch bei Spielen und bleibt in den Köpfen der Leute eher hängen.“