Neuss: Karnevalisten kündigen dem Dorint-Kongresshotel

Nur die Hofburg in Neuss bleibt : Karnevalisten kündigen dem Dorint

Die Session ist lang, aber an der Stadthalle und dem Dorint-Hotel, in vergangenen Jahren ein jeckes Veranstaltungszentrum, geht der närrische Trubel fast gänzlich vorbei.

Ein Grund dafür ist, dass die von Neuss-Marketing vermietete Stadthalle für Veranstalter im Sitzungskarneval inzwischen zu teuer und für viele Vereine auch zu groß geworden ist. Ein anderer sind Differenzen zwischen dem Dorint-Kongresshotel einerseits und dem Karnevalsausschuss (KA) als Dachverband andererseits.

In der Folge dieser, wie es KA-Präsident Jakob Beyen nennt, Kommunitkationsschwierigkeiten zog der KA das Prinzenfrühstück als Treffen der Elefantenrunde mit den Düsseldorfer und Mönchengladbacher Karnevalisten, das Prinzenmahl und den für den 5. Januar geplanten Neujahrsempfang vom Dorint ab. Im Kappesjournal, dem Programmheft für die Session, steht hinter allen Terminen noch das Dorint-Hotel als Veranstaltungsort.

Eine Konsequenz war, dass damit die Hofburgübernahme, die mit dem Neujahrsempfang gekoppelt werden sollte, verschoben wird. Nun wird das Prinzenpaar sein Hauptquartier erst am Montag vor dem Kappessonntag im Dorint-Hotel aufschlagen – ohne besonders festlichen Rahmen, sondern eingebettet in die Pressekonferenz zur Vorstellung des Programms für den Straßenkarneval. Eine andere Folge war, dass die KA-Verantwortlichen mit dem scheidenden Hotel-Direktor Emre Sinanoglu die Friedenspfeife rauchten.

Danach war mit der stellvertretenden Hotelmanagerin Bettina Römer eine neue Ansprechpartnerin für die Karnevalisten benannt. Offenbar war das Verhältnis namentlich zwischen Jakob Beyen und dem Dorint-Brauchtumsbeauftragten Jörg Schulte, der selbst Karnevalist ist und (vergeblich) gegen Beyens Widerstand ein Amt im KA-Präsidium angestrebt hatte, nicht mehr zu kitten.

Ferner wurde vereinbart, dass der KA aller Voraussicht nach im Jahr 2020 mit Neujahrsempfang und Prinzenfrühstück wieder ins Dorint zurückkehrt, das auch Hofburg bleibt. Das Prinzenmahl bleibt allerdings mindestens für die nächsten fünf Jahre im Zeughaus beheimatet. So lange ist der KA jetzt vertraglich mit Neuss-Marketing verbunden, das, so Geschäftsführer Jürgen Sturm, den Karnevalisten ein faires Angebot gemacht habe. Und, so fügt er hinzu, in der Wahl des Caterings sei der KA im Zeughaus frei. So soll das Essen vom Restaurant Essenz der Bürgergesellschaft kommen, wo im Gegenzug der Prinzenempfang ausgerichtet wird. Zum Neujahrsempfang wiederum kommen die Jecken 2019 im Marienhaus an der Kapitelstraße unter.

Dass sich der KA mit der Prinzenproklamation schon vor drei Jahren aus der Stadthalle verabschiedet hat, hat nach Beyens Darstellung auch damit zu tun, „dass die Verwaltung in der Brauchtumsstadt keine Säle zu bezahlbaren Kosten anbieten kann.“ Erst im Juli sei die Miete für die Stadthalle erhöht worden. Konsequenz: Die Damensitzung der GNKG „Grün Weiß Gelb“ wandert Richtung Wetthalle ab. In der Stadthalle verbleibt nur noch die städtische Seniorensitzung.

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