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Neuss: Kampf um den Erhalt von Jobs bei der Novar GmbH

Unternehmen in Neuss : Kampf um den Erhalt von Jobs bei der Novar GmbH

Am Neusser Standort der Novar GmBH sollen rund 200 Arbeitsplätze wegfallen. Betriebsrat und IG Metall legen Alternativkonzepte vor.

Der Betriebsrat der Novar GmbH und die IG Metall kämpfen für den Erhalt eines Großteils der knapp 200 Arbeitsplätze, die bis Ende 2021 am Standort Neuss wegfallen sollen. Das Unternehmen, das zum US-amerikanischen Honeywell-Konzern gehört, ist mit seinen Traditionsmarken Esser und Ackermann im Bereich Brandmeldetechnik, Sprachalarmierung sowie in der Krankenhaus- und Pflegekommunikation tätig. Im Sommer hatte Honeywell Pläne angekündigt, die Produktion in Neuss zu schließen und die Aktivitäten in eines des globalen Fertigungszentren zu verlagern. Betriebsrat und IG Metall legen nun Alternativkonzepte vor.

Vier Bausteine sollen dabei für den Erhalt gefährdeter Arbeitsplätze am Standort Neuss sorgen. Erstens: Die Logistik soll bei Novar verbleiben. Laut Betriebsrat und Gewerkschaft könne sie mit einer „überschaubaren Investition zur Modernisierung und versetzten Arbeitszeiten mittelfristig kostengünstiger betrieben werden als bei einer Ausgliederung“. Zweitens: Die Standschrankmontage soll bei Novar verbleiben. Drittens: Das „Konfiguration-Tool-Team“ soll verkleinert werden. Viertens:  Die Produktion und Retouren-Abteilung sollen unter Berücksichtigung auslaufender Produkte über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren langsam heruntergefahren werden; so könne für viele ältere Beschäftigte ein gleitender Übergang in eine Rente gesichert und Langzeitarbeitslosigkeit verhindert werden.

Betriebsratsvorsitzender Stephan Strang ist überzeugt, dass mit diesen Maßnahmen die Hälfte der vom Abbau bedrohten Arbeitsplätze in Neuss erhalten werden könnte. Gewerkschaftssekretär Ralf Keller betont, dass ein Arbeitsplatzverlust die Betroffenen gerade angesichts der Corona-Zeit besonders schwer treffen würde. Honeywell erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, man verpflichte sich „zu offener Kommunikation mit unseren betriebsinternen Partnern während der Konsultationsphase“.