Programm in Neuss Kafka-Parabel und Kabarett im Rheinischen Landestheater

Neuss · In den kommenden Tagen wird einiges im Rheinischen Landestheater geboten: Neben Buch-Geschenketipps zu Weihnachten macht dort auch der Kabarettist Timo Wopp mit seiner Jubiläumstour halt. Und Thomas Goritzki stellt die Kafka-Parabel „Ein Bericht für eine Akademie“ vor.

Regisseur Thomas Goritzki hat am 8. und 9. Dezember ein Gastspiel am Rheinischen Landestheater.

Regisseur Thomas Goritzki hat am 8. und 9. Dezember ein Gastspiel am Rheinischen Landestheater.

Foto: Thomas Goritzki

Zu Gast in der Reihe „neusspunktacht“ ist Timo Wopp mit seinem aktuellen Programm: „Ultimo (die Jubiläumstour)“. Es geht darin um nicht weniger als seine „humoristische Daseinsberechtigung“, für die er tief in seine bisherigen Programme eintauchen wird. Das Publikum coacht er in „Grund und Boden“ und sich selbst um „Kopf und Kragen“. Und zur Jubiläumstour wird er dazu auch etwas in die Luft werfen. Tickets gibt es zum Preis von 22,50 bis 26,50 Euro an der Theaterkasse oder auf der Website des Rheinischen Landestheaters.

Nahtlos weiter geht es im Studio des Theaters am Freitag, 8. und Samstag, 9. Dezember. Seit 1982 tourt der Schauspieler und Regisseur Thomas Goritzki mit seinem Solo „Ein Bericht für eine Akademie“ durch Deutschland – nun bringt er den Monolog auf die Studiobühne des RLT in Neuss. Bereits im vergangenen Jahr hat er dort die Kafka-Parabel präsentiert. Goritzki ist unter anderem aus Film und Fernsehen (Tatort, der Landarzt, Unter uns, Soko, in aller Freundschaft) und auch aus verschiedenen RLT-Inszenierungen bekannt. Im neuen Jahr wird dort beispielsweise das Spiel „Frau Ada denkt Unerhörtes“, das Goritzki inszeniert hat, Premiere feiern.

Mit seinem Solo „Ein Bericht für eine Akademie“ widmet er sich einer zeitlosen und zivilisationskritischen Kafka-Parabel, in der nicht zuletzt die Frage aufgeworfen wird, was einen Menschen ausmacht. Erzählt wird sie aus der Sicht des Affen Rotpeter, der von Westafrika nach Europa entführt wurde. Um seinem Leben hinter Gittern zu entgehen, nimmt er menschliche Züge an. Auch weil er gerne so „unbehelligt“ wäre, wie die Menschen. Er trainiert ihre Bewegungsabläufe, lernt die Sprache und greift, um dem Menschen wirklich ähnlich zu sein, zum Schnaps. Je mehr er sich anpasst, desto größer wird auch seine Selbstverleugnung. Und überhaupt muss er feststellen, dass der Mensch oftmals mit ungehobeltem Verhalten versucht, seinen tierischen Ursprung zu leugnen, um sich als zivilisiert zu geben. Rotpeter ist in seiner Rolle durchaus erfolgreich und anerkannt – doch wird ihm bewusst, dass er zwar nicht mehr im Käfig sitzt, von Freiheit aber auch keine Rede sein kann. Tickets gibt es an der Theaterkasse oder auf der Internetseite des Rheinischen Landestheaters. Sie kosten 20 Euro.

(ubg)
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