Neuss: Junge Union will 2020 in den Stadtrat

Politisches Engagement in Neuss : Junge Union will in den Stadtrat

Weniger als ein Jahr vor der Kommunalwahl bringt sich die Junge Union in Stellung. Fünf Kandidaten wollen in den Stadtrat einziehen – und schalten bereits in den Wahlkampfmodus, um ihr Ziel „schwarzes Rathaus“ zu erreichen.

Die Junge Union will es 2020 wissen. „Wir wollen Verantwortung übernehmen und zeigen, dass es auch junge Menschen in der CDU gibt, die mitgestalten wollen“, sagt der Vorsitzende Jean Heidbüchel. Um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, will die JU im kommenden Jahr mit einem Quintett in den Stadtrat einziehen: Neben Heidbüchel (27, Gnadental) sind das Natalie Goldkamp (29, Innenstadt/Hammfeld), Björn Tuschen (29, Am Baldhof), Dennis Volkeri (32, Hermannsplatz) und Sebastian Heckhausen (26, Hoisten).

Erfahrung auf der kommunalpolitischen Bühne haben alle fünf bereits als sachkundige Bürger in verschiedenen Ausschüssen gesammelt. „Jeder von uns hat sein Spezialgebiet“, sagt Natalie Goldkamp. Nun soll der nächste Schritt erfolgen.

Das oberste Ziel der Jungen Union in Neuss überrascht allerdings wenig: 2020 soll das Rathaus wieder „schwarz“ werden. Für Jan-Philipp Büchler (CDU), der gegen Amtsinhaber Reiner Breuer (SPD) antritt, wird deshalb schon fleißig die Werbetrommel gerührt. „Er hat unsere volle Unterstützung“, sagen die Fünf. Auf den anstehenden Wahlkampf sei man bereits voll fokussiert – egal ob beim Gang von Haustür zu Haustür oder an Info-Ständen. Trotz des jungen Alters betont Heidbüchel: „Wir sind wahlkampferfahren.“

Das spürt der Zuhörer spätestens, wenn das Union-Quintett auf Reiner Breuer angesprochen wird. Ein Kritikpunkt, der gleich genannt wird, lautet „fehlende Bürgernähe“. „Ich habe nicht den Eindruck, dass Reiner Breuer mit den Bürgern gemeinsam Politik machen will“, sagt Natalie Goldkamp. Sebastian Heckhausen fügt hinzu: „Er sagt, er möchte Bürgerbeteiligung, aber die Taten sprechen eine andere Sprache.“ Heidbüchel geht noch einen Schritt weiter und sagt, dass die Bürgersprechstunden in den Stadtteilen nur so gut besucht sind, weil sie „mit SPD-Leuten aufgefüllt“ würden.

Die Tatsache, dass Breuer allerdings in der Bevölkerung durchaus beliebt ist, erklärt die Junge Union damit, dass er sich lediglich „gut vermarkten“ könne, wie Björn Tuschen betont: „Da wird so viel Energie reingesteckt, dass ich mich frage, ob diese Art von Aufwand nicht besser investiert werden könnte.“ Auch den Slogan, der bereits von Breuer-Herausforderer Büchler gewählt wurde, hat die JU bereits verinnerlicht. „Neuss kann mehr“, wird unisono betont.

Aber was heißt das eigentlich genau? Themen, die mit einer höheren Priorisierung angegangen werden sollen, sind unter anderem: Sicherheit rund um den Hauptbahnhof, Digitalisierung im Rathaus beziehungsweise in Schulen, autofreie Zonen in der Innenstadt sowie die Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs und die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum. Auch die „grüne Lunge“ Rennbahnpark solle erhalten und nicht zugebaut werden. Scharfe Kritik erntete die Stadt in diesem Jahr zudem dafür, dass die Abiparade nur noch in abgespeckter Form stattfindet. Heidbüchel: „Ich würde mir eine Rückkehr zur alten Abiparade wünschen – mit Traktoren.“

Kritik gibt es allerdings auch an der CDU auf Bundesebene. Und zwar für die Reaktion auf das hitzig diskutierte Video des YouTubers Rezo, der die Union für ihren fehlenden Einsatz beim Thema Klimaschutz attackierte: „Da hat das Konrad-Adenauer-Haus keine gute Figur gemacht“, sagt Dennis Volkeri.