Neuss: Jugendamt hilft bei der Suche nach U3-Plätzen

Kinderbetreuung in Neuss : Auf der Suche nach einem Kitaplatz

Neuss wächst und damit auch der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder. Was Eltern beachten sollten und wo es Unterstützung gibt.

In der Villa Huppdiwupps herrscht reges Treiben. Seit 2010 gibt es die Großtagespflege im Neusser Süden und in der Innenstadt. Im Team von Erzieherin Kerstin Arnstedt und Tagesmutter Tanja Meier arbeiten derzeit neun Tagesmütter, die bis zu 33 Kinder unter drei Jahren an drei Standorten – zwei in Gnadental, einer in der Innenstadt – betreuen. Wenn im August das neue Kitajahr startet, dann kommen auch neue Kinder in die Villa Huppdiwupps. „Wir haben in Gnadental noch Plätze frei“, sagt Tanja Meier. Angebote wie das der Villa Huppdiwupps sind eine Alternative zur Kita, zum Beispiel wenn es mit dem gewünschten Kitaplatz nicht klappt. Und noch sind in Neuss zum neuen Kitajahr einige Eltern auf der Suche. Die NGZ gibt einen Überblick.

Wie ist der Stand? Laut Jugenddezernent Ralf Hörksen gibt es noch 50 Kinder ohne Platz (Stand: 14. Mai). Das Jugendamt arbeitet daran, Plätze zu vermitteln. Es hat die betroffenen Eltern kontaktiert, Gespräche mit ihnen und den Trägern laufen. „Bereits mehr als 100 der Kinder ohne Kitaplatz konnten bereits einen Platz bekommen beziehungsweise wurden in Kindertagespflege vermittelt“, betont Hörsken. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, dass dies mit Blick auf die noch 50 ausstehenden Plätze auch gelingt. „Es gibt keinen Kita-Notstand in Neuss, aber noch viel zu tun.“

Wie ist die rechtliche Lage? Grundsätzlich gilt: Eltern haben für ihre Kinder nach dem ersten Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Sollten sie ihn in Anspuch nehmen wollen, müssen sie dies dem Jugendamt durch eine Bedarfsanzeige im Kitanavigator (neuss.kita-navigator.org) oder als Antrag in der Kindertagespflege mitteilen. Die Meldung muss mindestens sechs Monate vor dem gewünschten Betreuungsbeginn erfolgen. Für das neue Kitajahr – Start ist am 1. August – war dies also Ende Januar der Fall. Ab 15. März haben die Kitas in Neuss Zusagen erteilt und Betreuungsverträge ausgegeben.

Was können Eltern tun? Sofern Eltern keine Platzzusage von den ausgewählten Kitas bekommen und im Kita-Navigator bis April nicht als vermittelt registriert waren, hat das Jugendamt die Eltern Mitte April kontaktiert. Die Eltern wurden gebeten, die Fachberatung des Jugendamtes – sofern der Betreuungsbedarf weiter besteht – zu kontaktieren. Die Fachberatung unterstützt Eltern bei der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz. Sie ist unter der Telefonnummer 02131 905375 erreichbar. Um den Rechtsanspruch zu wahren, ist die Kontaktaufnahme erforderlich.

Reicht das Angebot in Neuss? Ralf Hörsken betont, dass alle Kinder einen Betreuungsplatz bekommen sollen. Aber Neuss wächst – und damit auch der Bedarf an Kitaplätzen. Die Stadt baut ihr Betreuungsangebot daher kontinuierlich aus. Alleine im nächsten Kitajahr sollen fünf komplette Einrichtungen und vier Provisorien an den Start gehen. Damit kommen 199 U3-Plätze und 351 Ü3-Plätze hinzu. Eine neue Rekordzahl bei den Kitaplätzen. „Als ich vor drei Jahren in Neuss angefangen habe, hatten wir 83 Kitas“, sagt Hörsken. „Im nächsten Jahr machen wir die 100 voll.“

Bis 2025 Etwa 25 weitere Kitastandorte werden bis 2025 in Neuss benötigt. Die Standortanalyse läuft.

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