Neuss: Jörg Rütten soll Beigeordneter in Voerde werden

Politiker aus Neuss : Jörg Rütten soll zweiter Beigeordneter in Voerde werden

Noch gehört Jörg Rütten zum Referentenstab des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel. Der 55 Jahre alte Holzheimer soll zweiter Beigeordneter in Voerde werden.

Am schnellsten geht’s vermutlich über die A59. Jörg Rütten (55) hat sich den Fahrtweg von Neuss nach Voerde bereits angeguckt. „Das sind rund 60 Kilometer, dafür brauche ich wohl 45 bis 50 Minuten mit dem Auto“, sagt er. „Das brauche ich nach Düsseldorf auch – mit dem feinen Unterschied, dass ich nach Voerde wohl gut durchkomme und fahre, während ich nach Düsseldorf einfach viel im Stau stehe.“ Daher die lange Fahrtzeit nach Düsseldorf.

Noch gehört Jörg Rütten zum Referentenstab des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel. Unter anderem ist er zuständig für Schulen, Soziales, Arbeit. Nach einigen Jahren in dieser Funktion hat er allerdings gemerkt: „Ich würde doch ganz gerne wieder in einen gestaltenden, praktischen Bereich wechseln“, sagt er. Und das tut er nun: Der 55-Jährige, der gebürtig aus Krefeld stammt, mit seiner Familie aber längst fest in Neuss verwurzelt ist, kommt – wenn es so läuft, wie alle Beteiligten in Politik und Verwaltung es sich vorstellen – zum 1. Oktober als zweiter Beigeordneter nach Voerde an den Niederrhein. Die Vertreter aller politischen Fraktionen im Stadtrat haben sich auf den Neusser für die Besetzung des Postens geeinigt. In einer Sondersitzung des Rates am 20. August soll er gewählt werden.

Schritt eins im neuen Job wird es dann ab Oktober sein, sich umzuhören. „Ich werde erstmal ganz viele Gespräche führen müssen – mit dem Bürgermeister, der Politik, den Vertretern der ehrenamtlichen Organisationen hier in Voerde.“ Generell sei er eher ein Team-Spieler und Netzwerker. Jörg Rütten hat jede Menge Verwaltungserfahrung vorzuweisen. Sein ganzes Berufsleben von 39 Jahren hat er in der Düsseldorfer Stadtverwaltung verbracht und dort verschiedene Bereiche in einer Reihe von leitenden Positionen abgedeckt. Das Stellenprofil in Voerde decke sich zu 80 bis 90 Prozent mit dem, was er so viele Jahre in Düsseldorf gemacht habe, erzählt er.

So war der Diplom-Verwaltungswirt sechs Jahre im Einwohnermeldeamt tätig, 13 Jahre im Sozialamt „von der Sachbearbeitung über Gruppenleitung bis zur Zweigstellenleitung“, und bevor er Referent wurde, war er zehn Jahre im Schulverwaltungsamt. Dort hat er einige Veränderungen begleitet, etwa die Einführung des Offenen Ganztags an Grundschulen oder des Ganztags an Gymnasien und Gesamtschulen.

Zwar ist Voerde mit Düsseldorf von der Größe her kaum vergleichbar. Aber, so Rütten: „Die Aufgabenstellung ist eigentlich in jeder Kommune gleich. In Düsseldorf ist sie vielleicht etwas größer gelagert und mit etwas anderen finanziellen Möglichkeiten.“ Wobei die knappe Finanzlage von Voerde ihn wiederum nicht schreckt: Wirtschaften im Haushaltssicherungskonzept kenne er auch aus Düsseldorf. Da müsse man „ein bisschen kreativ sein“, sagt er. Und Quellen für öffentliche Mittel erschließen: „Man muss wissen, dass es diese Fördertöpfe gibt und auch, wie man an sie rankommt.“

Nach Voerde ziehen wird er nicht: Seine Familie ist in Neuss fest verwurzelt, seine Ehefrau arbeitet als Lehrerin an der Richard-Schirrmann-Grundschule in Hoisten, der ältere Sohn studiert in Düsseldorf, der jüngere steht vorm Abitur. Jörg Rütten ist politisch für die SPD im Bezirksausschuss Holzheim aktiv. „Das möchte ich auch in Zukunft beibehalten“, sagt er. Zudem ist er Presbyteriumsmitglied der evangelischen Kirchengemeinde Neuss-Süd.

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