Neuss: Jörg Geerlings soll Tod von Flüchtling in Kleve klären

Landtag setzt neuen Untersuchungsausschuss ein : Tod in JVA Kleve: Geerlings soll Aufklärung leiten

Der Neusser CDU-Abgeordnete Jörg Geerlings (45) ist weiterhin gefragt, wenn im nordrhein-westfälischen Landtag wichtige Positionen zu besetzen sind.

Der promovierte Jurist, der bereits seit Sommer des Vorjahres den sogenannten Amri-Ausschuss führt, soll nach dem Willen der CDU nun auch den Vorsitz im neuen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss übernehmen, der den Tod des syrischen Häftlings in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kleve aufarbeiten wird und dessen Einsetzung der Landtag gestern beschloss. Bereits am Mittwochabend nominierte die CDU-Fraktion, die das Vorschlagsrecht für den Vorsitz hat, den Abgeordneten Geerlings aus Neuss. Die formale Wahl soll noch im Dezember erfolgen.

Jörg Geerlings, der sich bei der Wahl im Mai 2017 das Landtagsmandat in Neuss zurückholte, gehört in Düsseldorf offenbar zum Spitzenpersonal seiner CDU-Fraktion, deren Justitiar er ist und in deren geschäftsführendem Vorstand er seither sitzt. Hinzu kam im Juni 2017 der Vorsitz im Untersuchungsausschuss zum Fall des Berliner Weihnachtsmarktattentäters Anis Amri. Diese Arbeit sei aber bald getan, sagt Geerlings gegenüber unserer Redaktion, so traue er sich die neue Aufgabe zu, erneut einen Untersuchungsausschuss zu leiten. Geerlings sieht seit vielen Jahren in dem Themenbereich „Innere Sicherheit“ den Schwerpunkt seiner landespolitischen Arbeit.

Der neue Untersuchungsausschuss wurde gestern auf Antrag der Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen eingesetzt. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP stimmten mit Blick auf den Schutz eines Minderheitenwunsches aus Parlamentstradition zu. Die AfD enthielt sich. Das Gremium soll den tragischen Tod eines irrtümlich inhaftierten Syrers aufklären, der nach einem Zellenbrand in der JVA des niederrheinischen Kleve Ende September verstarb.

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