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Neuss: Neuss ist eine Hochburg des Autoklaus

Neuss : Neuss ist eine Hochburg des Autoklaus

Eine Studie bescheinigt der Quirinusstadt wenig Schmeichelhaftes: In NRW gehört sie zu den "Autoklauhochburgen". Denn gemessen an der Zahl der Fahrzeuge werden in Neuss überproportional viele Autodiebstähle begangen.

Im vergangenen Jahr wurden in der Quirinusstadt 106 Autos gestohlen. Das klingt zunächst nicht dramatisch — doch eine neue Studie, die am Wochenende für Wirbel sorgte, setzt diese Summe mit der Zahl der Neusser Kraftwagen ins Verhältnis. Und zeigt damit, dass die Stadt gemessen an ihrer Fahrzeugdichte eine "Autoklauhochburg" in Nordrhein-Wesfalen ist. In einer Negativ-Rangfolge des Online-Portals Geld.de, dem Auftraggeber der Erhebung, belegt Neuss den vierten Platz hinter den NRW-Städten Aachen, Köln und Düsseldorf, wo die Klau-Quoten noch höher liegen.

Es ist kein schöner Rekord — weder für die Autofahrer noch für die Polizei. Immerhin ist die Aufklärungsquote in der Quirinusstadt relativ hoch. Sie stieg von 19 Prozent im Jahr 2011 auf 33 Prozent im Jahr 2013. Warum Neuss zu den "Klauhochburgen" gehört, erklärt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Einerseits liege es an der Lage der Stadt: "Die nahe Autobahn ist für die Diebe von Vorteil", sagt Arnold. Denn die gestohlenen Fahrzeuge müssen schnell abtransportiert werden — in Neuss ist das sowohl über die A 57 als auch über die A 46 möglich.

Dass die Rheinschiene mit ihrer guten Infrastruktur für Diebe besonders interessant ist, hat nicht nur Auswirkungen auf die Sicherheit der Fahrzeuge. Seit Jahren warnt die Polizei vor organisierten Banden, die quer durch die Republik — und bevorzugt an gut angebundenen Standorten, zu denen Neuss gehört — Einbrüche und Diebstähle begehen. "Teilweise wissen die Diebe später gar nicht, wo sie die Tat begangen haben", sagt Arnold. "Da werden die Beamten bei Vernehmungen schon mal von den Tatverdächtigen gefragt, in welcher Stadt sie sich eigentlich gerade befinden", erzählt der Experte.

Für rund 80 Prozent der gestohlenen Autos seien organisierte Banden verantwortlich, schätzt die Polizei. In Neuss hatten im vergangenen Jahr rund 45 Prozent der Tatverdächtigen keinen deutschen Pass. Dass in Neuss verhältnismäßig viele Fahrzeuge gestohlen werden, macht Arnold noch an einer weiteren Eigenheit der Stadt fest: Als relativ "reiche" Stadt fahren viele Einwohner auch entsprechend teure Autos. "Und für die gibt es einen Markt", sagt Arnold. Soll heißen: Die Neusser bieten den Dieben ein "gutes Angebot" — wenn sie ihre Fahrzeuge nicht absichern. Das geht am einfachsten, indem das Auto in der Garage abgestellt wird.

Ist keine verfügbar, können Autofahrer immerhin darauf achten, den Wagen in einer gut beleuchteten und belebten Umgebung abzustellen — wenn das auch in Neuss nicht immer ganz einfach ist. Die Polizei rät dazu, in den Abendstunden auf Fahrzeuge zu achten, die langsam durch die Straßen "streifen" — dann sollte man das Kennzeichen notieren und die Polizei rufen.

(NGZ)