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Neuss: Interview mit Caroline Stolz zum kleinen Sommerspielplan im Rheinischen Landestheater

Rheinische Landestheater in Neuss : „Die Zuschauer waren froh, dass wir wieder öffnen konnten“

Dass die Theater wieder öffnen durften, traf Caroline Stolz, die Intendantin des Rheinischen Landestheaters, etwas unerwartet. Im Gespräch erklärt sie, wie sie und ihr Team darauf reagiert haben.

Es liegt eine aufregende Zeit hinter Ihnen, Sie haben in aller Schnelle den kleinen Sommerspielplan aufgestellt: Wie war die Resonanz?

Caroline Stolz Die Resonanz auf unseren „kleinen Theatersommer“ war sehr gut. Unsere Zuschauer waren glücklich, dass wir unsere Türen wieder öffnen konnten und sie die Schauspieler wiedersehen. Das Programm im Foyer war so gut wie immer ausverkauft, ebenso der Liederabend Out of Time. Glückliche Tage von Samuel Beckett hatte es leider etwas schwerer, da waren die ersten beiden Vorstellungen sehr gut verkauft und die dritte war knapp dreiviertel voll.

Glauben Sie, dass die Zuschauer in den Stücken etwas gesucht haben, dass sie in dieser Zeit auffängt?

Stolz Das kann ich mir auf alle Fälle vorstellen. Der Liederabend spielt auf charmant-melancholische Weise mit dem Thema Corona. Ich denke, dass sich viele in den Situationen und Liedern wiedererkennen können.

Welche Herausforderungen gab es bei der Planung?

Stolz Es gab viele große Herausforderungen. Neben der Sicherstellung der Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen war es eine schwere Entscheidung, welche Kollegen des Schauspielensembles wir aus der Kurzarbeit holen, um das Programm zu realisieren. Das war eine Entscheidung, die uns nicht leicht gefallen ist.

Und inhaltlich?

Stolz Es war recht spontan und unerwartet, dass wir erfahren haben, dass Theater in NRW wieder spielen dürfen. Ich habe kurz überlegt, ob wir den Repertoirebetrieb wieder hochfahren und die Stücke an die „Coronabedingungen“ anpassen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass wir dann so tun als sei nichts gewesen und hielt es für richtiger in der Situation einen „Corona-Spielplan“ ins Leben zu rufen, um sowohl inhaltlich als auch mit Augenmerk auf die Umsetzbarkeit adäquater auf den Umstand „Corona“ zu reagieren. Mit meiner Chefdramaturgin Eva Veiders habe ich den „kleinen Theatersommer“ aufgestellt.

Wird die Corona Einfluss auf die Theater-Ästhetik haben?

Stolz Ich denke, dass diese Zeit nicht spurlos an der Theater-Ästhetik vorbeigeht, dafür sind die Einschnitte zu gravierend. Meine größte Befürchtung ist, dass der wirtschaftliche Schaden für viele Theater nicht mehr aufzuholen ist. Ich hoffe sehr, dass sie weiter bestehen können.