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Neuss: Im „Schärpe Eck“ hat die Küche bald auch abends geöffnet

Neusser Kultkneipe unter neuer Leitung : Im „Schärpe Eck“ hat die Küche bald auch abends geöffnet

Die Eckkneipe an der Zollstraße lebt weiter. Ihren Betrieb leitet jetzt die Crew des Hamtorkrugs, gemeinsam mit Thomas Krucza von der „Trafostation“. Am Freitag steigt die Eröffnungsparty.

Dem Kneipensterben trotzen sie einfach, wie Thomas Krucza sagt. Der 45-Jährige führt seit Jahresbeginn neben der „Trafostation“ an der Deutsche Straße und dem „Anno 77“ auf der Furth auch die Innenstadtkneipe „Schärpe Eck“, gemeinsam mit Marvin Schorn und Marc Bongartz vom „Hamtorkrug“. Nachdem der langjährige Betreiber Frank Beckers die Kneipe an der Ecke Zollstraße/Michaelstraße nach elf Jahren Ende 2019 gesundheitsbedingt abgeben musste, haben sich die drei erfahrenen Kneipiers kurzerhand zusammengetan und sich um die Nachfolge von Beckers beworben.

„Verändert haben wir gar nicht so viel“, sagt der 27-jährige Marvin Schorn mit Blick in den kleinen Gastraum. Schon am Vormittag sind zwei der fünf Tische und einige Tresenplätze besetzt. Es handele sich um eine der wenigen Kneipen „mit gut funktionierendem Frühschoppen, auch wochentags“, verrät Krucza. Ebenso gut laufe der Mittagstisch, der von Mitarbeitern umliegender Firmen, Praxen und Kanzleien gerne genutzt werde. „Die Karte bleibt gutbürgerlich. Auch am Preis haben wir nichts geändert.“ Will heißen: Zu zivilen Preisen gibt es im „Schärpe Eck“ weiterhin Möhrenstampf mit Frikadelle, Spaghetti Bolognese oder Gulaschsuppe. „Die Karte ist jeden Tag anders – schließlich kochen wir frisch“, sagt Schorn.

Allerdings schwingen die drei, anders als der ehemalige Betreiber Frank Beckers, den Kochlöffel nicht selbst – und werden auch nicht hinterm Tresen stehen, um Alt und Pils zu zapfen. Dafür überlegen sich die neuen Betreiber einiges, um das Stammpublikum weiter zu begeistern und neue Gäste zu gewinnen. In einem der Veranstaltungsräume soll ein Darts-Bereich eingerichtet werden und die Öffnungszeiten der Küche werden langfristig erweitert. „Ab Sommer soll es abends einen Restaurantbetrieb geben“, kündigt Kucza an. Das sei ein wichtiges Argument für seinen Einstieg im „Schärpe Eck“ gewesen, denn sein Lokal „Anno 77“ muss er in einem halben Jahr aufgeben, da die Häuserzeile, in der das Restaurant untergebracht ist, abgerissen wird, erklärt der gebürtige Düsseldorfer, der seit 25 Jahren in Neuss lebt. Die künftige Abendkarte im „Schärpe Eck“ lehne er an die seines Lokals auf der Furth an. „Steaks, Schnitzel, Salate und einmal in der Woche gibt es Gambas ,all you can eat‘“, so der Plan. Die frisch renovierten Räume an der Zollstraße haben die drei neuen Pächter bereits wieder für den Kneipenbetrieb von montags bis samstags eröffnet. Die große Einweihungsparty stieg am 10. Januar.