Neuss: IHK-Regionalausschuss will bessere Umsetzung der Energiewende

IHK-Regionalausschuss hat in Neuss getagt: IHK fordert : Energiewende besser gestalten

Was kommt nach der Braunkohle? Die Herausforderungen der Umstellung für die Region waren Thema der jüngsten Sitzung des Neusser Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Dabei wurde die Umsetzung der Energiewende in NRW stark kritisiert. „Die Energieversorgung ist gerade für den Rhein-Kreis Neuss mit seinen Kraftwerken, aber auch mit seinen vielen energieintensiven Unternehmen, etwa in der Alu-, Chemie- oder Nahrungsmittelindustrie besonders relevant“, betonte der Ausschussvorsitzende Christoph Buchbender.

Vor einem möglichen Anstieg der Stromkosten warnte Michael Gessner, Abteilungsleiter im NRW-Wirtschaftsministerium für Energie, Klimaschutz und Bergbau. Diese Gefahr bestehe, wenn Atomenergie und möglicherweise auch Kohlestrom durch den teureren Energieträger Gas ersetzt würden. Infrastrukturvorhaben wie der Leitungsbau kämen nur langsam voran. Diese Leitungen seien aber dringend erforderlich, um insbesondere die im Norden gewonnene Windenergie zu transportieren. „Gerade NRW als großer Verbraucher ist darauf angewiesen, an die zukünftigen Erzeugungsschwerpunkte im Norden gut angebunden zu sein“, so Gessner. Stromerzeugung und Industrie hätten insgesamt bereits einen überdurchschnittlichen Beitrag zur CO2-Vermeidung geleistet, im Gegensatz zum Wohn- und Verkehrsbereich.

Das Land NRW stehe zu den Zielen der Energiewende, sagte Gessner. Es sei aber eine bessere Umsetzung notwendig. „Es gehört zu den international einmaligen Entscheidungen, dass am Beginn des Prozesses der deutschen Energiewende mit der Atomenergie gerade ein CO2-freier Energieträger abgeschaltet wird“, sagte er. „Die jetzt durch den Koalitionsvertrag auf Bundesebene angestoßene Diskussion um das Ende der Kohleverstromung aus klimapolitischen Gründen kann dazu führen, dass wir Atom- beziehungsweise Kohlestrom aus unseren Nachbarländern importieren müssen“, so Gessner. Dabei sei zweifelhaft, dass diese Länder gerade im Winter die dafür notwendigen Kapazitäten hätten. „Unter Klimaschutzaspekten genauso widersprüchlich ist, dass der tatsächliche Ausbau der erneuerbaren Energien unter dem bisherigen CO2-Handelsregime der EU kaum berücksichtigt wird. Dadurch stehen freiwerdende CO2-Verschmutzungsrechte anderen Ländern oder Industrien zur Verfügung, denn die CO2-Gesamtmenge wird innerhalb der Handelsperiode bisher nicht verringert“, so der Abteilungsleiter.

(NGZ)
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