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Neuss-Holzheim: Mann stirbt bei Wohnungsbrand in Mehrfamilienhaus

Großeinsatz in Mehrfamilienhaus : Mann stirbt bei Wohnungsbrand in Neuss

In der Nacht auf Sonntag hat es in einem Mehrfamilienhaus an der „Gell’sche Straße“ in Holzheim gebrannt. Bei dem Feuer in einer Wohnung ist ein Mann gestorben. Die Polizei schließt derzeit ein Fremdverschulden aus.

Auch am Tag danach steigt der Brandgeruch im Erdgeschoss des 48-Parteien-Wohnhauses an der „Gell‘sche Straße“ direkt in die Nase. Die Eingangstür steht weit offen, damit der beißende Gestank aus dem Haus ziehen kann.

Das Wohnhaus am Tag nach dem Brand. Foto: Janßen/Simon Janßen

Nach ihrem Einsatz in Holzheim in der Nacht zu Sonntag hatte die Feuerwehr eine traurige Nachricht zu verkünden: Bei einem Wohnungsbrand im Erdgeschoss des Hauses ist eine Person ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 59 Jahre alten Mann.

Einsatzkräfte hatten ihn leblos in seinem Schlafzimmer aufgefunden. Aus seiner Wohnung war dichter, schwarzer Rauch gequollen. Ein Nachbar hatte zuvor wegen Brandgeruchs im Hausflur um 3.14 Uhr die Einsatzkräfte gerufen. Nach Informationen unserer Redaktion handelte es sich dabei um den Freund einer Bewohnerin des betroffenen Hauses, der zufällig in der Nacht ihre Wohnung verließ, um nach Hause zu gehen. „Er hat sofort die Feuerwehr gerufen und ist zurückgekommen, um mir Bescheid zu sagen“, so die Frau am Sonntagmorgen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Danach habe sie umgehend den Hausmeister, Burkhard Nyssen, wachgeklingelt, der im dritten Stock des Hauses wohnt. Auch der 53-Jährige reagierte schnell, klopfte und klingelte sämtliche Bewohner des Erdgeschosses aus dem Schlaf, um sie zu warnen und ins Freie zu holen – darunter auch Familien mit Kindern. Einer Frau, die barfuß nach draußen eilte, lieh der Hausmeister sogar ein Paar Schuhe. „Schließlich war es nicht gerade warm draußen“, sagt er.

Ein Einsatztrupp der Feuerwehr mit Atemschutz holte den Mann in der brennenden Wohnung zunächst nach draußen. Zutritt verschafften sich die Kräfte sowohl über die Balkon- als auch über die Haustür. Trotz schneller Rettung konnte der Notarzt jedoch nur noch den Tod feststellen, Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos, für den 59-jährigen Mann kam jede medizinische Hilfe zu spät.

Für die insgesamt 42 Kräfte dauerte der Einsatz noch bis in die frühen Morgenstunden. Nach den Löscharbeiten wurden mehrere brandgeschädigte Möbelstücke über den Balkon ins Freie geworfen. „Das machen wir, um die Hitze aus der Wohnung zu bekommen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Christian Franke.

Wie es zu dem tödlichen Brand kam, ist bislang unklar, die Polizei hat hierzu die Ermittlungen aufgenommen. Zurzeit liegen allerdings keine Hinweise auf Fremdverschulden vor. „Stand jetzt gehen wir von einem Unglücksfall aus“, teilte ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Dass die anderen Wohnungen in dem achtstöckigen Haus – 74er-Stahlbeton-Bau – von den Flammen verschont geblieben sind, ist nach Angaben von Burkhard Nyssen auch der schnellen Reaktion der Erdgeschoss-Bewohnerin und ihres Freundes zuzuschreiben. „Die Hausgemeinschaft ist sehr dankbar“, sagt der Hausmeister. So habe man reagieren können, noch bevor die schrillenden Rauchmelder die anderen Bewohner wecken konnten.