Antrag der CDU Neuss Hinweistafeln warnen vor Baden im Rhein

Neuss · Zwei Jahre hat es gedauert, doch jetzt scheint die Verwaltung entschlossen, Hinweistafeln am Rhein aufzustellen, die auf Gefahren hinweisen. 20 Zugänge sollen so gesichert werden.

 Josy Busin-Santos (l.) und Simon Janßen von der Feuerwehr Düsseldorf haben schon im vergangenen Jahr Warnschilder aufgestellt, mit denen die Stadt Düsseldorf vor dem Baden im Rhein warnt. Das soll nun auf Neusser Seite auch erfolgen.

Josy Busin-Santos (l.) und Simon Janßen von der Feuerwehr Düsseldorf haben schon im vergangenen Jahr Warnschilder aufgestellt, mit denen die Stadt Düsseldorf vor dem Baden im Rhein warnt. Das soll nun auf Neusser Seite auch erfolgen.

Foto: dpa/David Young

Mit Warntafeln an etlichen Zugängen zum Rhein will die Stadt auf die Gefahren hinweisen, die beim Baden in dem Strom drohen. Die Initiative dazu sei schon vor zwei Jahren von der DLRG ausgegangen, sagt der CDU-Stadtverordnete Stefan Crefeld, also denen, „die tagtäglich mit Lebensrettung zu tun haben“. Aber obwohl er diesen Hinweis schon damals gleich aufgegriffen und einen Antrag dazu auf den Weg gebracht habe, kommt das Thema erst jetzt im Haupt- und Sicherheitsausschuss auf den Tisch. „Das hat länger gedauert als erwartet“, sagt Crefeld. Er hat nun die Hoffnung, dass nach einem positiven Beschluss am Donnerstag ein Aufstellen der Schilder noch vor dem Sommer gelingt.

Der Rhein zieht aber schon jetzt Menschen an, die nicht nur an seinem Ufer rasten, sondern sich auch ins Wasser wagen – wenn auch derzeit eher zum Planschen. Die Wasserwacht der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) hält deshalb seit Ende April an den Wochenenden ihre Rheinwache in Uedesheim besetzt. Doch über die Präsenz der Retter hinaus war auch der DLRG klar, breiter ansetzen zu müssen. So startete sie schon vor Jahren ihre „Rote Karte-Aktion“, an deren Inhalt man nach Crefelds Ansicht Maß nehmen könnte.

Dass zwischen Anregung, Antrag und Debatte so viel Zeit verstrichen ist, könnte vielleicht mit behördlichem Kompetenzgerangel erklärt werden. Denn auch wenn man im Rathaus weiß, „dass Schilder alleine kaum jemandem vom Betreten des Ufers beziehungsweise des Flusses abhalten werden“, wie es in einer Information für den Hauptausschuss heißt, wird der Ruf nach solchen Warntafeln „aus Gründen äußerster Vorsorge“ nachvollzogen und unterstützt. Alleine: Nicht die Stadt ist für das Rheinufer zuständig, sondern die Wasserschutz-Polizei beziehungsweise der Rhein-Kreis als Naturschutzbehörde. Von beiden wurden inzwischen allerdings signalisiert, dass ein Aufstellen von Warntafeln toleriert werden würde.

Die CDU hatte zunächst drei Rheinzugänge in Uedesheim im Blick, als sie im Herbst 2022 ihren Antrag formulierte. Die Verwaltung will aber nun den gesamten Rheinverlauf im Stadtgebiet mit Warntafeln bestücken. 20 Standorte wurden dazu bereits identifiziert, deren Ausstattung alles in allem zwischen 15- und 20.000 Euro kosten würde. „Das Geld ist an dieser Stelle aber sicher nicht der entscheidende Punkt“, sagt Crefeld, der einer solchen Erweiterung zustimmt.

Bei der Tafelgestaltung orientiert sich Neuss an den 2023 aufgestellten Tafeln auf Düsseldorfer Seite: Piktogramme und mehrsprachige Hinweise auf Gefahren am Rhein werden kombiniert mit der Notrufnummer 112 und der Angabe zum Standort der Warntafel.

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