Neuss: „High School Musical“ erobert das Globe

Aufführung in Neuss: „High School Musical“ erobert das Globe

Die Schule für Kunst und Theater im Kulturforum Alte Post und die Musikschule Neuss bringen Disneys „High School Musical“ im Shakespeare-Theater auf die Bühne. Es ist eine sehenswerte Inszenierung.

Schon 30 Sekunden nach Premierenbeginn gab es beim Publikum frenetischen Applaus, als die „Wildcat Cheerleader“ auf die Bühne des Globe-Theaters an der Rennbahn stürmten. Die Begeisterung über Disneys „High School Musical“ blieb über zwei Stunden ungebrochen. Die in jeder Hinsicht überzeugende Koproduktion der Schule für Kunst und Theater (im Kulturforum Alte Post) und der Musikschule der Stadt Neuss war zumindest bei der Premiere an Tempo, Witz und Klasse nicht zu überbieten, ein wahres Musik- und Tanz-Feuerwerk.

Dabei ist die simple Geschichte schnell erzählt. Bei einem Karaoke-Auftritt am Silvesterabend entdecken der ehrgeizige Basketballkapitän der „Wildcats“, Troy, von einem überambitionierten Psycho-Vater trainiert, und das schüchterne Mathe-Genie Gabriella ihre Sympathie füreinander. Nach den Ferien kommt Gabriella zufällig an die High School, die auch Troy besucht. Als sie sich gemeinsam für die Hauptrollen als Romeo und Julia im High-School-Musical und das finale Casting bewerben, lässt die Möchtergern-Diva Sharpay mit Unterstützung ihres Bruders Ryan nichts unversucht, den beiden die Tour zu vermasseln.

Als Basketballfinale, Mathemeisterschaft und Casting an einem Nachmittag in der Schule zusammenfallen, ist das Happy End nicht mehr fern. Schon der Eröffnungschor „In diesem Jahr, das neu beginnt“ erntet lautstarken Beifall. Erstmals unterstützt die vielen Darsteller der Schulchor des Marie-Curie-Gymnasiums „The Choricals“ (Einstudierung: Mario Stein) vom zweiten Rang des ausverkauften Globe. Dabei blieb der zweite Rang ansonsten unbesetzt, aus akustischen Gründen und „wegen schlechter Erfahrungen“, wie Ralph Rotzoll, Fachbereichsleiter „Popularmusik“ bei der Musikschule, erläutert.

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Unter der bewährten Regie von Sven Post stimmen auch kleinste Nuancen in Mimik und Gestik aller mehr als 20 Darsteller. Der enorme Probenaufwand lässt sich nur erahnen. „Mit welchem Enthusiasmus sich alle auch nach stundenlanger Probenarbeit eingebracht haben, das war schon sensationell“, sagt Musikschulleiter Holger Müller, der im kunterbunten Jackett wie sein Kollege Hans Ennen-Köffers von der Alten Post eine kleine Nebenrolle übernommen hat. Musik (Leitung Edwin Schulz) und Tanz (Choreographie Tanja Emmerich und Maria Wollburg) machen die simple Story zum grandiosen Erfolg.

Die Band mit Annalena Guckeisen und Ursula Wienken (Keyboards), Manuel Tesch und Ruben Michalik (Gitarren) sowie Jonas Christians und Adrian Benten (Percussions) leistet mit Tim Heins (Bass) hinter einem durchscheinenden Vorhang einen vorzüglichen Sound. Für Globe-Verhältnisse aufwendig gestaltet sind Technik (Michael Kloss), Kostüme (Sergio Abejur) und große Bühnenbilder (Sonja Brockers), die von den Darstellern elegant präsentiert werden. Alle Rollen sind top besetzt. Zwangsläufig ragen die Hauptpersonen heraus: Matthias Koglin spielt und singt den Troy, Amani El Sadek eine entzückende Gabriella: „Der Stern, der mich leitet, bist du!“ Gereon Breuer ist als Ryan auch mit allerlei Komik überzeugend, Justine Ritters spielt eine grandiose Zicke und verfügt bereits über einen wunderbar ausgebildeten Sopran. Als zur Finalrunde „gemeinsam Hand in Hand“ die Cheerleader zu perfekt choreographiertem Tanz spannende Akrobatik einfügen, kennt der Jubel kaum Grenzen.

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