Neuss: Grünalgen im Jröne Meerke

Naherholungsgebiet in Neuss : Jetzt sind die Grünalgen im Jröne Meerke

Gerade erst hat die Stadtverwaltung das Trinkverbot für Hunde wegen Blaualgen aufgehoben, da werden zunehmend Grünalgen im Jröne Meerke sichtbar. Eine Gesundheitsgefahr für die Tiere bestehe aber nicht.

Ines Kolender ist regelmäßig am Jröne Meerke unterwegs. Mindestens fünf Mal pro Woche zieht es die 56-Jährige, die in der Nordstadt wohnt, auf ihrer Jogging-Runde dorthin. Sie kennt das Naherholungsgebiet und den Weiher daher bestens – und war durchaus erstaunt, dass die Stadt nun Entwarnung für das Gewässer gab. Hunde dürfen, so die Stadt, ab sofort wieder Wasser aus dem Jröne Meerke trinken. Ein entsprechendes Verbot, das im Juli ausgesprochen worden war, wurde damit aufgehoben. Ines Kolender hat das irritiert, als sie jetzt ihre Jogging-Runde durch das Naherholungsgebiet drehte. „Ich würde meinen Hund nicht aus der Brühe trinken lassen, die ich dort vorgefunden habe“, betont sie. „Es zog sich ein grüner schleimiger Streifen fast über den gesamten See, und auch der Geruch hatte mit dem frischen Wasser nichts zu tun.“

Laut Stadt ist der Zustand des Wassers allerdings wieder unbedenklich. „Bei den Schlieren, die sich derzeit auf der Oberfläche des Sees zeigen, handelt es sich nicht um Blau-, sondern um Grünalgen“, erklärt Miriam Hartig vom städtischen Presseamt auf Anfrage unserer Redaktion. „Das mag vielleicht nicht schön anzuschauen sein, ist aber ungefährlich.“

Dass die Grünalgen derzeit derart sichtbar sind, sei in erster Linie witterungsbedingt. „Unterhalb der Wasseroberfläche ist der Sauerstoffgehalt höher als in tieferen Bereichen. So, wie sich das Wetter derzeit darstellt, zieht es die Grünalgen momentan nach oben“, sagt Miriam Hartig. Maßnahmen seien jedoch nicht erforderlich, da sich das Grünalgen-Aufkommen witterungsbedingt sozusagen von alleine wieder regeln werde. Die Devise lautet daher: abwarten.

Im Gegensatz zu den Grünalgen können Blaualgen (Cyanobakterien) laut Stadt sehr wohl eine Gefahr für zum Beispiel Hunde darstellen, wenn diese das Wasser trinken und die Bakterien aufnehmen. Und genau diese Blaualgen hatten sich durch die hochsommerlichen Temperaturen rasendschnell im Jröne Meerke ausgebreitet.

Normalerweise sorgt eine Ultraschallanlage dafür, dass es eben nicht zu diesem Bakterienwachstum kommt. Allerdings hatte laut Stadt offenbar ein Blitzeinschlag dafür gesorgt, dass die Technik der Ultraschallanlage ausfiel und sich die Algen ausbreiten konnten. Daher hatte das Amt für Stadtgrün, Umwelt und Klima eine Untersuchung der Wasserqualität veranlasst. Als Konsequenz aus den Ergebnissen wurde am 6. Juli ein Verbot erlassen. Hundehalter wurden darauf hingewiesen, dass ihre Tiere vorübergehend nicht aus dem Weiher trinken dürfen.

Inzwischen ist die Ultraschallanlage repariert. Laut Stadt haben sich die Blaualgen im Laufe des Juli zurückgebildet. Nach einer Überprüfung der Wasserqualität wurde das Trinkverbot für Hunde daher Anfang der Woche aufgehoben. Es bestehe nun keine Gesundheitsgefahr mehr für die Tiere.

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