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Neuss: Großer Andrang beim Hansefest 2021 mit Räuber-Konzert

Stadtfest in Neuss : Großer Andrang beim Hansefest in der City

Das Konzert der Kult-Band „Räuber“ zählte zu den Höhepunkten beim Hansefest in Neuss. Das Bühnenprogramm wurde aus Bußgeld-Einnahmen wegen Corona-Verstößen finanziert. Das Fest stimmte auch schon mal auf den Hansetag 2022 ein. Dabei gab es viel zu entdecken.

Die Neusser Innenstadt war schon am Samstagmittag so voll wie in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr. So bewahrheitete sich früh das Versprechen der Stadt, mit dem Hansefest „das größte Event in diesem Jahr“ zu organisieren. „Ich habe dazu einen bescheidenen Beitrag geleistet und die Sonne mitgebracht“, sagte Bürgermeister Reiner Breuer um 13 Uhr zur Eröffnung des Hansefestes. Er war froh, dass wir dieses Stadtfest als „glückliches Gemeinschaftserlebnis“ feiern können. Die Hansebeauftragte der Stadt Neuss, Angelika Quiring-Perl, forderte die Zuhörer auf: „Freuen Sie sich auf die Begegnungen heute, morgen und im nächsten Jahr, wenn wir in Neuss den 42. internationalen Hansetag vom 26. bis 29. Mai 2022 ausrichten.“

 Für die „Räuber“ war das Konzert ein Heimspiel. 2022 soll es auch den „Räuber“-Abend wieder geben.
Für die „Räuber“ war das Konzert ein Heimspiel. 2022 soll es auch den „Räuber“-Abend wieder geben. Foto: Andreas Woitschützke

Dann enterten die Piraten von „The Poor Boys & Girls“ aus Dortmund die Bühne. „Die spielen und singen Country und Folk Songs, vor allem aber britische und irische Shanties, denn Hanse hat mit Schiffen zu tun“, war eine am Rande mitswingende Besucherin sicher. Shanties gab es besonders am Sonntag auf der Bühne am Münsterplatz. Auch die Bühne auf dem Markt bot Musik, aber auch Tanzeinlagen zum Mitmachen, etwa von der Neusser Tanzschule Görke.

 Bummeln und Stöbern – dazu luden am Wochenende zahlreiche Stände in der Innenstadt.
Bummeln und Stöbern – dazu luden am Wochenende zahlreiche Stände in der Innenstadt. Foto: Andreas Woitschützke
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Alle Musik, einschließlich des „Räuber“-Abends auf dem Münsterplatz, der zu den Höhepunkten zählte, war „corona-finanziert. So kommen die Bußgeldeinnahmen wegen Corona-Verstößen in knapp sechsstelliger Höhe den von der Pandemie besonders betroffenen Künstlern und allen Bürgern zu Gute“, erklärt Bürgermeister Reiner Breuer. Die tolle Stimmung, die allenthalben in der City spürbar war, drückte Ingrid (75) so aus: „Es ist einfach super, dass man wieder raus kann.“ Natürlich profitierte vor allem die Gastronomie von dem vitalen Treiben: „Für uns ist es das erste Hansefest, und wir sind begeistert über den frühen Besuch“, stellt Maria (48) vom „Zoco Bella“ auf dem Markt fest. Proppenvoll war es auch im neu eröffneten „Vogthaus“.

 Die Hanse vereint. Das zeigten Abordnungen aus den Hansestädten am Wochenende.
Die Hanse vereint. Das zeigten Abordnungen aus den Hansestädten am Wochenende. Foto: Andreas Woitschützke

Vor dem Rathaus präsentierten sich neben Neuss mit Wesel, Kalkar/Grieth, Emmerich, Salzwedel und Brilon weitere Hansestädte. Das fast 800-jährige Stralsund war zum sechsten Mal dabei: „Wir sind in Neuss immer gut aufgenommen worden“, sagt Reiseführer Ulf (55). Die Hansestadt Neuss ist mit eigener Repräsentation vertreten. Hier kann man sich als Volunteer für den internationalen Hansetag anmelden. Das macht unter anderen Ulrike (64): „Ich bin nächstes Jahr Rentnerin und habe dann mehr Zeit, spreche mehrere Sprachen und kenne meine Heimatstadt sehr gut.“

 Auch traditionelle Handwerkskunst wurde den Besuchern nahegebracht.
Auch traditionelle Handwerkskunst wurde den Besuchern nahegebracht. Foto: Andreas Woitschützke

Für den internationalen Hansetag macht auch die Jugendhanse Neuss auf ihrem Stand Werbung. Rachid Hamdaoui (21), auch stellvertretender Vorsitzender der internationalen Youth-Hansa, hofft auf neue Mitglieder. Neben den attraktiven Hansestädten hatten sich auch die Seenotretter, die Eine-Welt-Initiative und der Tauchsportverein „Pulchra Amphora“ platziert. Unübersehbar ist das reichhaltige Angebot für Kinder. Neben einem Karussell auf dem Markt sind besonders auf dem Freithof vielfältige Einrichtungen, die von der Hula-Hoop-Kinderwerkstatt Osnabrück aufgebaut wurden. Melek (9) fällt auf, weil sie die Kinder-Bungees geradezu professionell beherrscht.

Ein wenig weiter ist ein Handwerkerdorf eingerichtet, in dem Handwerker und Landsknechte in historischen Gewändern Einblicke in das 16. Jahrhundert gestatten. Auffallend sind zwei Ritterbrüder und ein Priesterbruder von der Komturei Heppenheim des Deutschen Ordens. „Der Deutsche Orden war das Schwert der Hanse. Ohne den Orden wäre sie nie so europäisch geworden“, erklärte Oliver (47).