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Neuss: Grafitti-Bild von Oldhaus im Mappenprojekt "Wir" des Kulturamts

Mappenprojekt „Wir“ in Neuss : Graffiti-Bild steckt voller Symbole

Von Alessandro Althaus resp. Oldhaus stammt das Bild „A Glow in the Dark“. Oldhaus arbeitet anders als viele „Street Art“-Künstler ohne Schablone, aber natürlich mit Spraydose.

Eigentlich heißt er Alessandro Althaus. Aber als Oldhaus hat er sich einen Namen gemacht, als „Graffitikünstler“, wie er sich selbst bezeichnet, denn Oldhaus kommt aus der Graffitiszene und „will dort auch bleiben“. Denn Oldhaus arbeitet anders als viele „Street Art“-Künstler ohne Schablone, aber natürlich mit Spraydose. Wie bei dem Bild „A Glow in the Dark“, das er für das Mappenprojekt des Kulturamts gemalt hat. „Ich finde es gut“, sagt er entschieden, „dass damit den Künstlern viel Aufmerksamkeit gewidmet ist und sie gut in dieser Zeit über die Runden kommen.“ Dadurch, dass er vor allem draußen arbeitet, sei sein Verdienst nicht so stark eingebrochen, sagt er auch, aber er hält das Mappenprojekt für eine „schöne Aktion“.

Oldhaus arbeitet vor allem im sogenannten öffentlichen Raum. Mit „den besten Handschuhen und der besten Maske, die es auf dem Markt gibt“, betont der Graffitikünstler, der zudem auch ein Atelier an der Hansastraße hat. Da allerdings entstehen viele Bilder in Mischtechniken, die er nicht veröffentlicht („Leinwand ist anders“) und zudem für sein „Synapsenchaos“ stehen, wie er lachend sagt. Damit meint Oldhaus Eindrücke des Alltags, zu denen für ihn auch Lesen und Hören von Nachrichten gehört: „Aber mein Herz schlägt für die Straße.“

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In Uedesheim ist er aufgewachsen, in einer Familie, die als künstlerisch, wenn auch ohne Ausbildung, bezeichnet werden kann. Dass ihm, der für das Mappen-Bild vor allem Symbole wie die Kerze (als Zeichen der Hoffnung), zwei Spraydosen (für Graffiti), Pinsel in einer Dose (für alle Künstler) und eine diese umgebende Dunkelheit (für die Corona-Pandemie) als „Stillleben“ wählte, die Kunst vielleicht in die Wiege gelegt worden ist, bezweifelt er jedoch. Denn als der 1985 geborene Halb-Italiener sich entschied, nach dem Abi Kommunikationsdesign an der FH Düsseldorf zu studieren, sei die Reaktion seiner Eltern wenig begeistert gewesen, sagt er. Er solle lieber auf Sicherheit spielen, habe vor allem seine Mutter gesagt, erzählt er. Heute ist die ganze Familie stolz auf ihn, der 1998 die Spraydose als Ausdrucksmittel für sich erkannte.

(hbm)