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Neuss: Gnadental hat jetzt einen Kunstrasenplatz

Nach 20 Jahren Kampf in Neuss : Gnadental hat jetzt Kunstrasen

Das 900.000 Euro teure Feld auf der Bezirkssportanlage Gnadental wurde gestern eröffnet. Es kann damit wie geplant zur neuen Spielzeit genutzt werden.

Für Bürgermeister Reiner Breuer hat die vergangene Fußball-Weltmeisterschaft vor allem eine Erkenntnis gebracht: „Offenbar müssen wir bessere Nachwuchsarbeit leisten.“ Die Stadt Neuss kann ab sofort einen größeren Teil dazu beitragen. Denn gestern wurde der neue Kunstrasenplatz auf der Bezirkssportanlage Gnadental offiziell eröffnet.

In gut vier Monaten ist das alte Tennen-Großspielfeld in einen 100 mal 64 Meter großen Kunstrasen-Fußballplatz umgebaut worden und kann wie geplant zur neuen Saison 2018/2019 genutzt werden.

Das alte Feld wurde 1970 – wie damals üblich – unter Verwendung von sogenannter Hochofenschlacke in der Tragschicht gebaut. Über die Jahrzehnte oxydierte das Material jedoch und wurde zu einer festen, undurchdringlichen Schicht, so dass Regenwasser nur noch schlecht und verzögert versickern konnte. Für die neue Spielfläche war in Absprache mit dem Amt für Umweltschutz eine Bauweise gewählt worden, bei der der Kunstrasenplatz mit allen Schichten und einer neuen Entwässerung auf das bisherige Spielfeld „aufgesetzt“ wurde. Der Platz liegt jetzt etwa 75 Zentimeter höher. „Nun ist Höhentraining möglich“, scherzte Reiner Breuer am Donnerstag. Hinter dem neuen Platz sind vier Meter hohe – im Bereich der Strafräume sechs Meter hohe – neue Ballfangzäune und neue Tore gebaut worden. Auch ein neues Entwässerungssystem wurde unter anderem installiert. Da die Kosten nach Angaben der Stadt überschaubar geblieben sind, rechnen die Verantwortlichen nicht mit einer erheblichen Überschreitung des Kostenrahmens von etwa 900.000 Euro für den gesamten Umbau.

Hauptnutzer der Bezirkssportanlage ist die DJK Gnadental mit derzeit etwa 470 Mitgliedern. In der vergangenen Saison verfügte der Verein über 14 Fußball-Mannschaften im Spielbetrieb und ist einer der führenden Clubs im Fußball-Nachwuchsbereich im Rhein-Kreis. Während der Bauarbeiten hat die DJK Gnadental ihren gesamten Trainingsbetrieb und fast den kompletten Spielbetrieb auf anderen Neusser Sportanlagen (Norf, Hoisten, Erfttal und Weckhoven) durchgeführt.

Der Vereinsvorsitzende Ernst Rohr bezeichnete das Projekt Kunstrasenplatz bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstagnachmittag als „langen Kampf“, der sich über rund 20 Jahre hinzog – ein Kampf, der sich am Ende lohnen sollte.

(jasi)