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Neuss gedenkt der Terroropfer von Hanau mit einer Mahnwache

Zeichen gegen Rassismus in Neuss : Mahnwache für die Terroropfer von Hanau

Der Anschlag von Hanau mit seinen elf Toten hat in Neuss viele Menschen schockiert und wütend gemacht. Für Freitag (21.) ruft der Verein „Raum der Kulturen“ zur Teilnahme an einer Mahnwache für die Opfer des rechten Terrors auf.

Die wird ab 17 Uhr vor dem Rathaus gehalten. „Es reicht“, heißt es auf einem Flugblatt des Vereins. „Was es jetzt braucht, sind mehr als nur Solidaritätbekundungen. Wir benötigen einen gesamtgesellschaftlichen Aufschrei und die Benennung des Problems: Rassismus.“

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf/Neuss hat ihre Solidarität mit dem migrantischen Teil der Bevölkerung, dem die meisten Anschlagsopfer von Hanau angehören, ausgedrückt. „Wir verurteilen die Tat aufs Schärfste“, betont deren Sprecher Bert Römgens. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, bei den Hinterbliebenen, bei den Verletzten. Aber auch bei all denen, die sich für eine vielfältige, respektvolle und offene Gesellschaft eingesetzt haben und hoffentlich weiter einsetzen.“

Der Anschlag in Hanau traf unschuldige Menschen und wurde von einem Täter verübt, der im rechtsextremen Milieu zu verorten ist. Römgens: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Gesellschaft weiter auseinanderdriftet“. Die Bluttat von Hanau sei das Ergebnis einer staatlichen Politik, die sich auf dem rechten Auge blind stellt. Rechtsextreme Tendenzen seien schon seit langem in der Gesellschaft spürbar, so Römgens. Jetzt allerdings seien nach drei Terroranschlägen innerhalb weniger Monate zahlreiche Menschenleben zu beklagen.

Der „schwarze Tag von Hanau“, so erklärt Hamdi Berdid vom Raum der Kulturen, zeige ihm auch, dass der Verein mit seinen Projekten gegen Rassismus, die seit Jahren die Arbeit des Vereins mitprägen, nicht nachlassen darf.

(-nau)