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Neuss: Gebohrte Arbeit von Katharina Hinsberg beim Mappenprojekt "Wir"

Neusser Mappenprojekt „Wir“ : Katharina Hinsbergs Arbeiten sind gebohrt

Mit dem Bohrer kann die Künstlerin Katharina Hinsberg ebenso gut umgehen wie sie mit der Hand zeichnet. So übersetzt sie ihre eigene Handschrift.

Katharina Hinsberg ist auf der Raketenstation Hombroich zu Hause.  Sie hat dort auch gewohnt, ist aber mittlerweile nach Gnadental gezogen und lebt dort mit Mann und Familie. Ihr Atelier aber hat die Künstlerin immer noch auf der „Rakete“. „Und das bleibt auch so“, stellt sie klar. Insofern also kann die Frage des Kulturamts, beim „Mappenprojekt „Wir“ dabeizusein, nicht verwundern. Hinsberg aber sagt: „Ich fand es einfach nur schön, für diese gute Sache gefragt zu werden.“

Und so hat sie ein neues Blatt geschaffen in der Serie „Perceiden“ (so lautet auch der schlichte Titel).  In der Serie ist es wichtig, mit dem Bohrer (und unterschiedlich großen Löchern) die Handschrift der auf Papier gezogenen Linien gewissermaßen zu übersetzen.  „Ein Loch, gesetzt, markiert und wird bestimmt, ist und ist nicht. Es stiftet Position und entsteht in einem Zusammenhang, der sich dann, von Punkt zu Punkt, wieder als Linie lesen lässt. So erhält ein Bild Durchlass, zwischen Pausen und Löchern, durch etwas, das nicht vorhanden ist“, hat Hinsberg mal beschrieben.

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Der Arbeit gingen viele Zeichnungen mit Linien, die sie mit der Hand gemacht hat, voraus, erzählt sie und betont zudem: „Die Arbeit ist für das Projekt entstanden.“ Eine dieser Zeichnungen hat sie dann genommen und die Linien mit dem Bohrer auf ein darunter liegendes Blatt übertragen. Dabei hat sie sich vom „Wir“ inspirieren lassen und ihrer Arbeit auch eine Mitte geben, wenn auch nicht im geographischen Sinn. Die Bohrlöcher markieren zwar noch die Linien, aber lassen diese in Einzelheiten, in Abständen und Zwischenräumen zerfallen.

Hinsberg wurde 1987 in Karlsruhe geboren, hat Bildende Kunst in München, Dresden und Bordeaux studiert und diverse internationale Preise und Stipendien bekommen. Seit 2011 hat sie außerdem eine Professur für konzeptuelle Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, war zuvor schon als Professorin für Zeichnen in Bremen.

Info www.katharina-hinsberg.de