Neuss: Gänse-Gelege am Jröne Meerke sollen unfruchtbar gemacht werden

Gänse am Jröne Meerke: Jagdrecht verändert Schutzstatus der Schneegänse am „Meerke“

Neue Landesregierung will erlauben, Gelege unfruchtbar zu machen. CDU-Stadtverordnete kündigen an, diese Möglichkeiten ausschöpfen zu wollen.

Die Stadt bekommt bei ihren Versuchen, die Schneegans-Population am Jröne Meerke einzudämmen, unversehens Schützenhilfe von der Landesregierung. Die beabsichtigt, das Jagdrecht zu ändern und will in diesem Zusammenhang auch erlauben, die Gelege brütender Schneegänse unfruchtbar zu machen. „Wir können dann der Gänsepopulation in schonender Weise wieder besser Herr werden“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings. Die Schneegänse sind seit Anfang der 1980er Jahre in Neuss heimisch und bilden die einzig freie Brutpopulation dieser Art in Westeuropa. Für Vogelkundler ist das eine ornithologische Sensation, für die Anwohner der Nordstadt und die Besucher des Naherholungsgebietes Jröne Meerke auch ein Ärgernis. Denn der Kot der immer zahlreicher werdenden Tiere verunreinigte nicht nur die Wiesen rund um den See oder den Kinderspielplatz, sondern sorgte auch ab 2011 für eine starke Algenblüte in dem Gewässer. Die Versuche, das Problem durch ein Gänse-Management in den Griff zu bekommen, wurden 2016 durch ein neues Jagdrecht der damals rot-grünen Landesregierung eingeschränkt. Die verbot nämlich, die Eier durch Anstechen und Schütteln unfruchtbar zu machen.

Nun also die Kehrtwende. Die Landesregierung hat die Eckpunkte für ein neues Jagdgesetz beschlossen. Sie sehen vor, die Liste der jagdbaren Tierarten wieder am Bundesjagdgesetz auszurichten. Demnach dürfen in Zukunft auch Schneegänse wieder bejagt werden. Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, Gelege unfruchtbar machen zu können.

 Die Entwicklungen seit 2016 hätten alle vorherigen Bemühungen konterkariert, betont Monika Mertens-Marl (CDU). Die Stadtverordnete kündigt an, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten nutzen zu wollen. Nach Auskunft von Peter Fischer, Pressesprecher der Stadt, gebe es dieses Jahr weniger Gelege — und weniger Probleme. Man sei bemüht, das Fütterungsverbot der Tiere durchzusetzen und werde, wenn die Tiere in die Mauser kommen und vorübergehend flugunfähig sind, wieder Zäune aufstellen.