Neuss: Gabi Lommetz zu Gast bei Königin Silvia in Schweden

Gabi Lommetz und die Malteser : Alter Schwede! Zu Gast bei Königin Silvia

Gabi Lommetz’ Augen leuchten bei der bloßen Erinnerung. Sie war zur Audienz bei Königin Silvia geladen. „Es war unglaublich beeindruckend. All dieser Prunk, die Eleganz, das ganze Zeremoniell, das war eine unglaubliche Erfahrung“, erzählt die Frau des Neusser Stadtwerke-Geschäftsführers Stephan Lommetz.

Auf Einladung von Königin Silvia von Schweden reiste sie jetzt nach Stockholm und wurde von der Monarchin im Stadtschloss empfangen. Lommetz gehörte zu einer Gruppe von deutschen Silviahemmet-Ausbildern von den Maltesern. Silviahemmet ist eine besondere Art der Demenzbetreuung, die von Königin Silvia ins Leben gerufen wurde. „Die Erfahrung ist unbeschreiblich. Am eindrücklichsten ist für mich, wie locker die Schweden bei allem höfischen Zeremoniell sind. Das beginnt schon bei den Wachen am Schloss“, erinnert sich Lommetz. Diese seien durchaus umgänglich, lächelten oder gingen auf Besucher ein. „Das ist ganz anders, als bei den englischen Royals. Dort sind die Wachen ja berühmt dafür, keine Miene zu verziehen.“

Dieser Eindruck setze sich im Schloss fort. „Das ist eine total spannende Mischung aus akkuraten Abläufen und Lockerheit. Wir waren zu einer offiziellen Ehrung da, und dieser Termin lief unglaublich exakt ab. Auf die Sekunde genau kam die Königin zur Tür herein. Die Veranstaltung dauerte auf die Sekunde genau die angekündigten zwei Stunden, und die Königin war wieder weg“, erinnert sich die Kinderkrankenschwester fasziniert. Auf der anderen Seite gebe es aber auch eine lockere Seite bei der aus Heidelberg stammenden Monarchin. „Sie trug während des Empfanges ein Armband, das ihre Enkel für sie gebastelt hatten. Mit leuchtend roten Steinchen. Ich glaube, bei der Queen wäre das undenkbar“, sagt die Krefelderin.

Doch der allergrößte Moment sollte sogar noch kommen. Für den nächsten Tag nämlich war im Silviahemmet-Center (übersetzt heißt das „Silviaheim“ und ist ein besonderes Tagesbetreuungsheim für demente Personen, die dort in Alltagsdingen gefördert werden) ein kurzes Stück vom Schloss entfernt eine Schulung angesetzt. „Wir sind dort natürlich nicht in der Galakleidung hin gegangen, in der wir im Schloss waren. Wir waren alle in Jeans und plötzlich stand die Königin vor uns und hat uns überrascht. Sie nahm sich viel Zeit für uns, hat sich über viele Dinge unterhalten. Natürlich in bestem Deutsch, denn sie ist ja in Deutschland aufgewachsen, auch wenn sie mittlerweile einen leichten schwedischen Akzent entwickelt hat“, sagt Lommetz. Auch Kleinigkeiten seien beeindruckend gewesen.

Ausladende Leuchter, Kristallgläser oder die akkurat ausgelegten Namensschilder für die Teilnehmer, auch solche einfachen Dinge zeigen ihre vielen Erinnerungs-Fotos. „Die Atmosphäre im Schloss, die Art der Königin, es war einfach ein perfekter Tag und eine ganz besondere, wertvolle Erfahrung“, schwärmt Gabi Lommetz.