Neuerungen in Neuss Das erwartet Besucher auf der Further Kirmes

Neuss · Beim Kirmesrundgang am Donnerstag wurden Neuerungen der diesjährigen Kirmes besprochen. Neben der Frage nach dem Umgang mit Cannabis wurden auch die Hauptattraktionen vorgestellt. Außerdem findet sich auf der Kirmes ein Pilotprojekt der Stadt Neuss.

 Der Kirmesrundgang fand am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein statt - die Organisatoren hoffen auf ähnliches Wetter während des Festes.

Der Kirmesrundgang fand am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein statt - die Organisatoren hoffen auf ähnliches Wetter während des Festes.

Foto: Andreas Woitschützke

Die Further sind feierwütig; außerdem bringen sie immer ein großes Regiment auf den Platz“, berichtet „Kirmesarchitekt“ Ralf Weyers. Damit habe sich die Further Kirmes bei den Schaustellerfamilien deutschlandweit einen Namen gemacht. 263 Bewerbungen von Schaustellern sind dieses Jahr beim Ordnungsamt der Stadt Neuss eingegangen – 85 Geschäfte finden sich jetzt auf der Further Kirmes.

Neuss: Fotos von Fackelzug und Kirmes auf der Furth beim Schützenfest 2024
83 Bilder

Schützenfest auf der Furth – Fackelzug und Kirmes 2024

83 Bilder
Foto: Frank Kirschstein

Als Hauptattraktion des Platzes hebt Weyers bei der Kirmesbegehung am Donnerstag die „Sound Machine“ hervor. Trotz rasanter Geschwindigkeit hält er das Fahrgeschäft für magenfreundlich. Weiter können Besucher sich auf „Happy Family“ freuen – das „Fun-House“ erstreckt sich über vier Etagen und biete ein kunterbuntes Treiben für Jung und Alt, berichtet der „Kirmesarchitekt“. Bei wem es etwas wilder zugehen darf, hätte beim Propeller „Fighter“ sicher Spaß. In dem Fahrgeschäft erleben jeweils acht Personen in 42 Metern eine Überkopffahrt.

Auch das kulinarische Angebot auf der Kirmes wird jedes Jahr größer. Dieses Jahr werden auf der Kirmes beispielsweise bayrische Spezialitäten, aber auch Nudeln im Käselaib zubereitet. „Auch die Klassiker wie Currywurst und Backfisch sind natürlich dabei“, berichtet Weyers.

Bei der Planung einer Kirmes gibt es neben einer geeigneten Auswahl der Fahrgeschäfte viel zu beachten. Besonders seit der Sturm Ela im Jahr 2014 über der Further Kirmes gewütet hat, ist vermutlich jedem die Relevanz eines ausgeklügelten Sicherheitskonzeptes bewusst. Neben einer Bauabnahme durch den TÜV am Freitag, werden auch die Polizei, das Ordnungsamt und der Malteser Hilfsdienst wieder Präsenz auf dem Kirmesplatz zeigen.

Besonders die Frage nach dem Cannabis Konsum auf der diesjährigen Kirmes hat die Beteiligten bei der Kirmesbegehung am Donnerstag herumgetrieben. „Wenn ihr nicht möchtet, dass vor eurem Zelt Cannabis geraucht wird, könnt ihr jederzeit von eurem Hausrecht Gebrauch machen“, betont Ralf Weyers, vom Neusser Ordnungsamt. Ziel sei es, eine einheitliche Lösung zu finden. Zur Zeit befände man sich aber noch in einem Schwebezustand. Ziel des Ordnungsamtes sei es, den Cannabis-Gebrauch auf dem gesamten Kirmesplatz zu untersagen – Grund sei der Jugendschutz.

 Die Wertstoffinseln sind ein Pilotpjoket der Stadt Neuss.

Die Wertstoffinseln sind ein Pilotpjoket der Stadt Neuss.

Foto: Andreas Woitschützke

Kostenpflichtiger Inhalt Daneben gibt es auf der Further Kirmes dieses Jahr eine weitere Neuerung: Erstmals wird es Wertstoffinseln auf dem Kirmesplatz geben. Getestet werden sie auf der Further Kirmes, geplant ist auch ein Einsatz der Müllpressen auf der Neusser Kirmes. Auf Wunsch der Stadt Neuss sollen Restmüll sowie Papier, Pappe und Kartonagen von den Schaustellern in die entsprechenden Presscontainer entsorgt werden. Neben den Pressen befinden sich innerhalb der sogenannten Wertstoffinsel auch Container für den Müll der gelben Tonne; auch eine Möglichkeit für die Entsorgung von Glasmüll sei gegeben. Sorge bereiteten bei der gemeinsamen Begehung der Kirmes vor allem die Öffnungszeiten dieser Wertstoffinseln: Von Samstag bis Dienstag sind die Müllpressen für die Schausteller jeweils eine Stunde am Vormittag sowie zwei Stunden am späten Abend geöffnet. Weyers erklärt, für die Schausteller würden feste Zeiten vereinbart werden, zu denen sie ihren Müll entsorgen können. Ziel sei es, die Trennung durch Mitarbeitende des Ordnungsamtes kontrollieren zu lassen.

Auf längere Sicht wolle man in einem gemeinsamen Aufwand den verursachten Müll der Kirmes insgesamt reduzieren. Ein Schritt hierfür sei die Verwendung von Mehrweg Geschirr. „Bei den Gläsern machen wir das ja schon“, berichtet Weyers, „hier trinkt niemand sein Bier aus dem Plastikbecher.“ Für die Verwendung von Mehrweg-Geschirr bei Pommes, Backfisch und Co. müsse man aber noch ausloten, welches Potenzial bestünde. Der aktuelle Wasserdruck auf dem Gelände reiche nicht aus, um Spülstraßen für das Geschirr zu installieren. Ein Problem seien auch die Mehrkosten, welche durch Mehrwegplastik entstünden. Die müssten Schausteller auf die Kunden umlegen. Weyers zeigt sich besorgt: „Wenn eine Currywurst mit Pommes dann 17 Euro kostet, kann eine Familie sich nicht mehr leisten auf der Kirmes etwas zu essen“. Für ihn sei wichtig: „Das Motto der Familienkirmes muss aufrecht erhalten werden.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort