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Neuss: Friedensprojekt von Neuss und Leuven von Jury von Europa Nostra ausgezeichnet

Lobende Erwähnung für Neuss und Leuven : Europäische Organisation zeichnet Glockenspiel-Projekt aus

Das Friedensprojekt der Städte Neuss und Leuven hat auf die Jury des Kulturerbepreises von „Europa Nostra“ großen Eindruck gemacht. In den engen Kreis der 21 Preisträger wurde es aber nicht aufgenommen.

Das Projekt Friedensglockenspiel in Leuven hat jetzt international große Anerkennung gefunden. Kurz vor Pfingsten veröffentlichte Europa Nostra, ein paneuropäischer Zusammenschluss von nicht-staatlichen Organisationen im Bereich der Kulturerbepflege, sechs Projekte aus sechs Ländern, die zwar nicht in die engere Auswahl für den Europäischen Kulturerbepreis (European Heritage Award) genommen wurden, bei der Jury aber großen Eindruck hinterließen.

Das Glockenspiel war 1730 für den Kirchturm der Parkabtei gebaut worden, aber 1811 in die Kirche St. Peter in Leuven umgezogen. Dort ging es am 25. August 1914 unter, als deutsche Truppen die Stadt niederbrannten. Am 11. November 2018, als an das Ende des Ersten Weltkrieges 100 Jahre zuvor gedacht wurde, erklang es wieder.

Das von den Städten Neuss und Leuven rekonstruierte Instrument zeige aller Welt, so die Begründung der Jury für die lobende Erwähnung, „dass Versöhnung immer möglich ist, egal wie schmerzhaft die gemeinsame Vergangenheit ist“. Die Anstrengungen aller Beteiligten fänden den Beifall der Jury. Ausgesprochen wurde die lobende Erwähnung in der Kategorie „Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung“. Denn an dem wiederbelebten Kulturerbe in Leuven würden Aktivitäten und Veranstaltungen festgemacht, so die Jury, die die Bewahrung des Friedens fördern und der Völkerverständigung dienen.

Mohamed Ridouani, Bürgermeister der Stadt Leuven, seine Beigeordnete für Kultur, Denise Vandevoort, sowie Jos Daniels als Vorsitzender der Projektgruppe nahmen die Auszeichnung zum Anlass, um noch einmal der Stadt und allen Spendern aus Neuss zu danken. Sie kündigten an, sich noch persönlich an alle Unterstützer wenden zu wollen. Ein Schreiben sei dazu in Vorbereitung.

Bürgermeister Reiner Breuer erklärte, Neuss teile die Freude über die lobende Erwähnung einer Initiative, die „auch ohne formelle Auszeichnung ein europäisches Projekt von herausragender Bedeutung für die Stadt Neuss ist“. Man werde weiter an den Beziehungen zwischen Leuven und Neuss arbeiten, um, so Breuer, „insbesondere das Abkommen zur kulturellen Zusammenarbeit mit Leben zu füllen“.