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Neuss: Frauenärztin bestreitet Kontakt zu radikaler Islam-Organisation

Muslimbruderschaft : Neusserin soll in Kontakt zu radikaler Islam-Organisation stehen

Hat eine Neusserin Kontakt zur Muslimbruderschaft? Das legt jedenfalls ein Bericht des RBB aus Berlin nahe. Im Gespräch mit unserer Redaktion wehrt sich die Betroffene.

Die Betroffene (Name der Redaktion bekannt) war überrascht, als sie am Dienstagmorgen einen Medienbericht aus Berlin las. Beim RBB wird die Neusserin, die eine Frauenarztpraxis in Kaarst leitet, in Verbindung mit dem "islamistischen Milieu" gebracht.

Ihren Ursprung hat die Geschichte im Jahr 2007 in Berlin-Neukölln. Dort schloss die Neusserin damals den Kaufvertrag für eine Moschee-Immobilie - als Bevollmächtigte im Auftrag des "Verbandes Interkultureller Zentren". Das bestätigte die Ärztin auf Nachfrage unserer Redaktion. "Der Kauf bot sich an. Es war ein Schnäppchen", sagt sie. In dem Verband sei sie auch noch immer als Schatzmeisterin aktiv.

Damals war die Ärztin Vizepräsidentin der "Islamischen Gemeinschaft in Deutschland" (IGD) - und ist es mittlerweile wieder. Eine Organisation, die vom Staatsschutz beobachtet wird, wie ein Sprecher auf Nachfrage bestätigte.

"Das ist unberechtigt. Uns liegt die Zukunft der Muslime in Deutschland am Herzen und wir versuchen, Jugendliche vor extremen Positionen zu schützen", sagt die Betroffene, die angibt, dass die IGD auch nichts mit der "Muslimbruderschaft" (MB) zu tun habe, die ebenfalls im Fokus des Verfassungsschutzes steht.

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Auf der Internetseite des Verfassungsschutzes heißt es jedoch, dass die IGD mit mehreren 100 Mitgliedern die "zentrale und wichtigste Organisation von Anhängern der MB in Deutschland" sei.

Im Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2015 heißt es zudem: "Ziel der MB ist die Errichtung eines ,bürgerlichen Staates mit islamischen Werten'. Seit den 1970er-Jahren formuliert die MB den Verzicht von Gewalt zur Umsetzung ihrer Ziele." Ausgenommen davon sei jedoch der Widerstand gegen "Besatzer", worunter die MB vor allem Israel verstehe. Im Jahr 2013 wurde die MB in Ägypten verboten und als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland verfüge die MB über insgesamt 1040 Anhänger.

Die Betroffene kann nicht nachvollziehen, dass ihr Verein in den Fokus des Staatsschutzes geraten ist: "Es wird immer wieder behauptet, dass die IGD ein Ableger der MB ist, aber das stimmt nicht. Wir vertreten einen Islam der Mitte. Weit weg von Extremismus."

(NGZ)