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Neuss forciert Umbau von Bushaltestellen

Haltestellen werden barrierefrei : Neuss forciert Umbau von Bushaltestellen

Die Pläne zum barrierefreien Umbau von vier Further Haltestellen wurden genehmigt. Ob sie Realität werden, hängt von Zuschüssen ab.

Gut, dass Busfahrer ortskundig sind. Denn die Bushaltestelle „Böcklerstraße“ an der nördlichen Seite der Daimlerstraße könnte man als Ungeübter leicht übersehen. Eine roter Mast mit Schild und Papierkorb – fertig. Das wird sich zumindest teilweise ändern. Im Rahmen eines städtischen Langzeitprojektes sollen sie und ihre gegenüberliegende Schwester ebenso wie die beiden Haltestellen „Schabernackstraße“ barrierefrei umgebaut werden. 160.000 Euro sind dafür veranschlagt.

Die Politik hat jetzt die Ausbaupläne für alle vier Haltestellen gut geheißen, ohne wieder in eine Generaldebatte über die Frage einzutreten, ob die Busse auf der Straße halten oder ob Busbuchten angelegt werden müssen. Rein theoretisch bliebe für etwas Aufregung aber noch Zeit genug, denn der Umbau steht noch unter einem Vorbehalt: Gibt das Land kein Geld dazu, bleibt alles beim Alten. Hinzu kommt, wie Karl-Heinz Baum als Vorsitzender des Planungsausschusses betont, dass die Förderanträge erst 2019 gestellt werden – für das Jahr 2020. Frühestens dann dürfte mit einem Baubeginn zu rechnen sein.

 Die Haltestelle „Schabernackstraße“ wird deutlich aufgewertet.
Die Haltestelle „Schabernackstraße“ wird deutlich aufgewertet. Foto: Christoph Kleinau
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Aktuell sind gut 140 von 224 Haltestellen barrierefrei. Der Gesetzgeber hat eine Frist bis Anfang 2022 gesetzt, in der alle Haltestellen auf diesen Standard umgerüstet werden sollen, doch hat man sich in der Stadt von diesem Ziel schon vor längerem verabschiedet. Neues Ziel: 2029. Die Verantwortung dafür wurde den Stadtwerken übertragen, als vor fast einem Jahr der „Personenbeförderungsvertrag“ der Stadt Neuss mit ihrem Tochterunternehmen verlängert wurde.

Die Aktion Umbau läuft schon seit Jahren, doch hat das Land zwischenzeitlich die Anforderungen an eine barrierefreie Baustelle noch einmal erhöht. Inzwischen müssen diese mit „taktilen Elementen“ versehen werden, die auch Sehbehinderten und Blinden eine Orientierung ermöglichen. Deshalb müssen alle vor 2012 umgerüsteten oder angelegten Haltestellen noch einmal nachgerüstet werden. Für 18 Haltestellen liegen Beschlüsse vor, die im kommenden Jahr umgesetzt werden sollen. Doch in welcher Reihenfolge, das weiß man weder im Rathaus noch bei den Stadtwerken. Auch das hinge von den Förderbescheiden ab, erhielt Peter Ott (SPD) auf Nachfrage zur Auskunft. Und vom Ergebnis der Ausschreibung – wenn sich angesichts voller Auftragsbücher in der Baubranche überhaupt ein Unternehmen findet, das ein Angebot abgibt, ergänzt Johannes Steinhauer vom Tiefbaumanagement. Denn mehr als einmal musste die Stadt mangels Angeboten eine Ausschreibung wiederholen.

Vor jedem Bau selber sind Fragen wie die Verkehrsführung in der Bauzeit zu beantworten. Sebastian Rosen (CDU) macht das gerade mit Blick auf die „enge Daimlerstraße“ Sorgen. Ihm sagte Steinhauer im Bauausschuss zu, dass es keine Verschlechterung geben werde.

Unter den neu beschlossenen Maßnahmen wird das Haltestellenpärchen „Schabernackstraße“ die meiste Arbeit machen. Denn zugleich werden in der Kreuzung mit der Geulenstraße die Fahrbahn saniert und drei Übergänge barrierefrei umgebaut. Vergleichsweise klein ist das Projekt „Böcklerstraße“. Die Haltestelle auf der nördlichen Seite wird nur einen höheren Bordstein bekommen – aber erneut weder Wartefläche noch Wartehäuschen.