Stiftung Denkmalschutz fördert in Neuss Finanzierung für Orgelsanierung steht

Neuss · Die künstlerisch gestaltete und denkmalgeschützte Orgel im ehemaligen Collegium Marianum kann jetzt grundgereinigt und saniert werden. Den Löwenanteil der Kosten deckt die Stiftung Denkmalschutz mit einem Zuschuss ab.

 Manfred Nothnagel, Ortskurator der Stiftung Denkmalschutz (l.), übergab am Donnerstag im Beisein von Silke Otterburg (West-Lotto) den Fördervertrag an Helmut Friedberg und Matthias Schmitz (2.v.r.) vom Freundeskreis der Mack-Kapelle.

Manfred Nothnagel, Ortskurator der Stiftung Denkmalschutz (l.), übergab am Donnerstag im Beisein von Silke Otterburg (West-Lotto) den Fördervertrag an Helmut Friedberg und Matthias Schmitz (2.v.r.) vom Freundeskreis der Mack-Kapelle.

Foto: Melanie Zanin/Melanie Zanin(MZ)

Robert Bonsmann muss am Sonntag (26.) noch einmal die Zähne zusammenbeißen und einfach überhören, dass die Klais-Orgel in der sogenannten Mack-Kapelle nicht mehr klingt, wie sie könnte. Doch Schonung für sein Gehör ist in Sicht – und für das seiner Organisten-Kollegen, die die monatlichen Gottesdienste in diesem Gesamtkunstwerk Kapelle begleiten. Denn am Montag, 3. Juni, beginnt der Mönchengladbacher Orgelbauer Martin Scholz mit der Grundreinigung und Sanierung des Instrumentes im ehemaligen Kollegium Marianum.

Auftraggeber ist der „Freundes- und Förderkreis der Mack-Kapelle Marianum“. Ein kleiner Club, aber solvent. Das ist er dank eines Zuschusses in Höhe von 10.000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die damit die Hälfte der veranschlagten Kosten übernimmt. Den entsprechenden Fördervertrag händigte Manfred Nothnagel vom Ortskuratorium Neuss der Stiftung am Donnerstag bei einem Ortstermin aus. 7700 Euro hat der Verein nach Angaben von Helmut Friedberg, dem zweiten Vorsitzenden, über eine Spendenaktion eingesammelt, die Restsumme schießt er aus eigenem Vermögen zu.

Vier Orgeln aus der Bonner Werkstatt von Hans Gerd Klais gibt es im Neusser Stadtgebiet, die in der Kapelle des einst erzbischöflichen Seminars an der Preußenstraße ist die jüngste. 1993 wurde sie in die Kapelle eingefügt, die der Lichtkünstler Heinz Mack bis in die kleinsten Details hinein gestaltet hat, und seitdem nicht mehr von handwerklich-fachkundiger Hand angerührt. „Manche Register tun es gar nicht mehr“, stellt Friedberg fest.

Er war Motor für das Antragsverfahren, das ihm unter anderem zustimmende Bewertungen von der Stadt als unterer und dem Landschaftsverband Rheinland als oberer Denkmalschutzbehörde abverlangte. Zudem musste das Vorhaben skizziert und der Ist-Zustand fotografisch dokumentiert werden. Last but not least musste der Eigentümer, in diesem Fall der Neusser Bauverein, sein Placet geben. Monate hat all das gedauert. „Ich kann nur jedem gratulieren“, sagte deshalb Ortskurator Nothnagel, „der das Antragsverfahren durchhält.“ Vielleicht hat die Stiftung auch deshalb bislang nach seinem Wissen nur drei Vorhaben gefördert – allen voran die Rekonstruktion des Epanchoir, der Wasserkreuzung am Nordkanal.

Silke Otterburg, die beim Ortstermin die Firma West-Lotto als einen der großen Förderer der Stiftung vertrat, zeigte sich begeistert von der Kapelle und der Orgel. Sonntag um 18 Uhr, wenn Pfarrer Klaus Koltermann aus Dormagen Gottesdienst hält, ist das Instrument noch einmal zu hören. Aus Kaarst hätte es Otterburg da nicht weit.

(-nau)
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