Knapp 30000 Besucher Die Highlights vom Fackelzug 2022 in Neuss im Überblick

Neuss · 87 Großfackeln erleuchteten am Samstagabend die Innenstadt, die – nach Angaben der Polizei – mit rund 30.000 Besuchern „massenhaft voll war“. Ein Sehnsuchtsgefühl.

Bürger-Schützenfest 2023 in Neuss: Der Fackelzug in Bildern
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So schön ist der Fackelzug beim Schützenfest in Neuss

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Foto: Frank Kirschstein

Die meisten Fackeln, nämlich 33, hatte das Grenadierkorps gebaut, gefolgt von der Schützenlust (24), dem Jägerkorps (18), den Hubertusschützen (6) sowie der Schützengilde (5). Die Scheibenschützen feierten mit der einzigen Großfackel sich selbst: „100 Jahre Zug der Neusser Scheibenschützen-Gesellschaft.“ Besser hätte die erste Großfackel der Grenadiere Treu zur Theke nach zwei Jahren Corona-Pause den Zug nicht einläuten können: „Mer sent noch do!“ Auf gut Deutsch „Wir sind wieder da“ thematisierten auch die Kollegen von D‘r Maat eraff die Pause. Der Dreikönigenchor von 1932, ebenfalls Grenadiere, machte die Massen auf „90 Jahre“ aufmerksam.

Klima- und Umweltschutz waren ein Schwerpunkt des Fackelzuges: Der Grenadierzug Mer maake möt beklagte das Insektensterben: „Die Biene Maja macht die Düse, es gibt kein Obst und kein Gemüse.“ Die Stifte der Schützengilde retteten die Welt, ein toll gestalteter Mettigel bedrohte Arten, Korallenriff und Tiefsee gehören besonders geschützt, auch wenn dazu ein „Geheimkommando“ nötig ist, wie die Hippeböck in einer auch technisch gelungenen Fackel verrieten. Ein zweiter Schwerpunkt war die Landesgartenschau, die 2026 in Neuss stattfindet. Während viele Züge „voll dabei“ sind – „Röskes für Röskes“ – und „weil Neuss es am nötigsten hat“, gab es auch Kritik an Bürgermeisters Blümchenschau: „Millionen fließen, Blüten sprießen.“ Horrende Energiepreise spielten eine Nebenrolle: „Kommt der Schütze leicht ins Wanken, soll er feiern oder tanken.“

Für eine Kritik zum Anwohnerparken erhielt der Grenadierzug Knüver 1884 sehr viel Beifall der Zaungäste. Seine Fackel gehörte zusammen mit der des Flaschenzuges von der Schützenlust und dem üppigen Bau „Asterix“ der Rekelieser vom Jägerkorps zu den handwerklich ausgefeiltesten. Natürlich kamen auch der frisch gewählte „Endlich Oberst“ Bernd Herten und der „1000 Tage-König“ Kurt I. Koenemann zu Fackelehren. Sein Königszug, die Flimmflämmkes von der Gilde sahen folglich „Neuss im Fieber“. Die große Politik spielte nur eine untergeordnete Rolle, hier bekam besonders Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sein „Fackelfett“ weg. Er ist nach Meinung der Platzhirsche vom Hubertuskorps für die „Bierflation“ verantwortlich: „Hopfen und Malz – Lindner erhalts.“ Tradition verbindet und verpflichtet zu „Treue zum alde Nüss“. Die meisten Fackeln hatten „Endlich wieder Schützenfest“ zum Thema gemacht, das Jägerkorps eröffnete gar mit „Nachwuchssuche“.

Dazwischen waren viele Züge mit Handfackeln, die Further Engel hatten natürlich Engel am Stab, die Nordlichter waren alle in einem Boot auf dunklen Füßen unterwegs. Oberleutnant Patrick Bongartz begründete dies mit ersten „Energiesparmaßnahmen“. Die Jagdhörner meldeten sich ebenso zurück wie die Havekadette ihre Wiedergeburt feierten. Die Fetzige Nüsser erinnerten an den Tod eines Pferdes beim vergangenen Düsseldorfer Schützenfest: „Möm Päd in Nüss wör dat net passet.“

Selbst die Musiker passten sich der Dunkelheit an. Etliche Tambourkorps benutzten leuchtende Schlägel. Das gefiel auch Norbert Faßbender, der sein denkmalgeschütztes Haus an der Erftstrasse mit einem Banner der Schützenlust geflaggt hatte: „Die Musik war super bei kleinen Einschränkungen, das hatte den guten Besuch verdient“, betonte er.

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