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Neuss: Experten-Talk über Cybersicherheit

Wirtschaftsforum in Neuss : Experten-Talk über Cybersicherheit

Die Angriffe mit Schadsoftware im Internet nehmen zu. Unternehmen, die bereits Opfer von Cyberattacken geworden sind, suchen unter anderem Hilfe beim Cybercrime-Kompetenzzentrum des LKA NRW.

Es ist so selbstverständlich für uns geworden: Einkaufen, Urlaube buchen, mit anderen Menschen kommunizieren, Daten in Clouds sichern – alles läuft über das Internet. Dabei werden unsere Daten gespeichert und an Unternehmen weitergeleitet. Dass aber weder Wirtschaft noch Privatpersonen grundsätzlich sicher vernetzt sind, zeigt sich regelmäßig, wenn große Hackerattacken bekannt werden. Wie 2016, als das Lukas-Krankenhaus angegriffen worden war.

Um wirkungsvollen Schutz vor Cyber-Attacken ging es beim zweiten Neusser Wirtschaftsforum zum Thema „Sicher vernetzt?! Cybersicherheit in Wirtschaft und Gesellschaft“, zu dem das Landesbüro NRW der Konrad-Adenauer-Stiftung eingeladen hatte. Schirmherr Jörg Geerlings, CDU-Landtagsabgeordneter, diskutierte gemeinsam mit Christian Garske, IT-Berater bei Lufthansa Industry Solutions, Armin Harbrecht, Geschäftsführer der aramido GmbH, sowie Peter Vahrenhorst, beim Landeskriminalamt (LKA) NRW für die Prävention von Cybercrime zuständig. Absolute Sicherheit kann es im Netz nicht geben. Diese Erkenntnis nahmen die Besucher ebenso mit wie das Wissen darum, wie hilfreich die Erfolge der Digitalisierung einerseits und wie bedeutsam Sicherheitssysteme zum Schutz der eigenen Daten andererseits sind. Datenlecks zu finden, ist eine Aufgabe von Armin Harbrecht. Er ist als White-Hat-Hacker unterwegs. Wie die Cowboys mit „weißen Hüten“ die Guten waren, hackt er sich im Auftrag von Unternehmen in deren eigene Systeme und entdeckt oft Schwachstellen. „Für die Betroffenen sind das dann ähnlich tiefgreifende Erlebnisse wie ein Einbruch ins eigene Zuhause“, erzählte er.

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Unternehmen, die bereits Opfer von Cyberattacken geworden sind, suchen unter anderem Hilfe beim Cybercrime-Kompetenzzentrum des LKA NRW. „Etwa 800 Mal im Jahr wird unsere Hotline angerufen“, sagte Kriminalhauptkommissar Vahrenhorst. Dass kriminelle Hacker erfolgreich sein können, habe vielfältige Ursachen. „Die meisten von uns sind Nutzer, aber keine Technik-Versteher“, so Vahrenhorst. Zudem werden die Entwicklungszyklen der Digitalisierungstechnik immer schneller. „Die Technik an sich ist nicht der Feind“, stellte Christian Garske klar. Feindlich seien die unzähligen Angriffe, die immer mehr, allerdings nur selten publik gemacht werden. Das Lukaskrankenhaus, das mit dem Hackerangriff sehr transparent umgegangen war, sei ein seltenes positives Beispiel. Denn der Schutz von Daten bedeute auch Versorgungssicherheit, so Geerlings.