Neuss: Eröffnung Zukunftsmarkt Landgard für 2020 geplant

Neueröffnung in Neuss : Ein Besuch im Landgard-Zukunftsmarkt

Die Eröffnungsfeier in Neuss war ursprünglich für den 15. November geplant, wegen technischer Verzögerungen ist sie auf Anfang 2020 verschoben. Ein Einblick in das neue nachhaltige Konzept des Blumen-Großhändlers.

Weihnachtssterne reihen sich an Orchideen, Tulpenknospen und Tannenkränze. Der Blumen- und Pflanzengroßhändler Landgard Fachhandel GmbH & Co. KG hat vor zwei Jahren begonnen umzubauen und ein neues Verkaufskonzept zu vermarkten. „Zukunftsmarkt“ heißen die Räumlichkeiten an der Hammer Landstraße nun. Dafür wurde das Grundstück des 50 Jahre alten Areals verkauft und ein kleinerer Teil zurück gemietet, der von Grund auf modernisiert wurde.

Dort finden sich auf 12.000 Quadratmeter Ladenfläche komprimiert die vier Formate „Pflanzenmarkt“, „Trendways“, „Hortiways“ und „Bloomways“. Nach dem alten Konzept waren diese Einheiten zum Teil in eigenen Gebäuden auf dem Gelände verteilt angesiedelt.

Jetzt schafft man es also, alle unter ein Dach zu bringen. Und das bei weniger Ladenfläche als zuvor, indem die Lagerfläche komprimiert wurde. An der neuen Zentralkasse kann der Kunde unabhängig der Abteilung alles auf einmal ganz bequem am Schluss zusammen bezahlen. Das spart zusätzlichen Raum ein. Damit an der neuen Zentralkasse kein Rückstau entsteht, wurde die Anzahl der Kassenmitarbeiter um 50 Prozent erhöht.

Aber genau diese Kasse macht momentan noch Probleme. Die beteiligten Dienstleister, die für die Technik des neuen Systems zuständig sind, haben den Fertigstellungstermin am 15. November nicht geschafft. Daher läuft der Markt noch über die alten Systeme, die Technik soll künftig besser und vor allem schneller werden. „An unserer neuen Zentralkasse laufen viele Schnittstellen aus den einzelnen Marktbereichen zusammen“, sagt Martin Emde, seit April Marktleiter von Landgard Cash & Carry Neuss. Es sei ein kleiner, aber sehr wichtiger und sensibler Baustein im gesamten Zukunftskonzept.

Alles scheint neu, frischer und heller. Durch neue Namen und Logos sind die Marktbereiche leichter zu finden. Wenn man früher für das Einscannen der Ware und den Bezahlvorgang pro Kasse etwa zehn Minuten brauchte, machte das inklusive Wartezeit fast eine Stunde aus, erklärt Emde. Das geht heute schneller. In der Mitte des Marktes ist ein Bistro zum Verweilen integriert. Vor dem Eingang gibt es eine Recycle-Station für Paletten, Pappe, Folien und Töpfe.

Der Neusser Zukunftsmarkt ist eine Weiterentwicklung der Firmenzentrale in Herongen, der im März 2018 als erster Zukunftsmarkt eröffnet wurde. In Neuss wurden die ersten Praxiserfahrungen aus dem Pilotprojekt in Herongen weiterentwickelt und optimiert. Es ist der zweite Zukunftsmarkt unter insgesamt 31 Cash & Carry Märkten von Landgard. Seit Februar wurden in Neuss fünf Millionen Euro verbaut. „Neuss war und ist einer unserer bedeutendsten Cash & Carry Standorte“, sagt Emde. Kunden vom Sauerland, aus der Eifel, Wuppertal, Krefeld und Düsseldorf kommen hierher einkaufen. „Früher war es hier alt, grau und dunkel. Das hatte nichts mehr mit moderner Ladenpräsentation zu tun“, sagt Emde.

Das neue Layout zieht sich analog wie digital durch den gesamten Markt. Schiefer-Kreide-Optiken mit viel Holz und Grün. Nachhaltigkeit ist das zentrale Thema. Das Wasser zur Pflanzenversorgung kommt vom Brunnen, alles wird mit LED-Birnen beleuchtet, die Fensterblenden öffnen und schließen sich je nach Sonneneinstrahlung selbst, um Tageslicht optimal zu nutzen und so auch ökologischer zu heizen.

Der Zukunftsmarkt ist zusätzlich in vier Klimazonen angeordnet. Die transparenten, aber gut isolierten Wände können je nach Bedarf geöffnet werden, um unterschiedliche Verkaufsflächen gleich zu temperieren. Das System kann wöchentlich variiert werden und ist an den Pflanzenbestand orientiert. Die Schnittblumen beispielsweise sind bei sechs Grad Celsius gekühlt, um beim Reifezustand ihrer Ernte zu bleiben. Die Resonanz der ersten Kunden nach umgestaltetem Bau sei überaus positiv. „Nachhaltigkeit haben wir uns auf die Fahne geschrieben. Und ich finde auch sehr gut gestaltet und energetisch umgesetzt“, sagt Emde.

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