Neuss: Ernährungsrat formiert sich auf eigene Initiative

Nachhaltige Nahrungsmittel : Deshalb hat Neuss nun einen Ernährungsrat

In Berlin gibt es ihn schon, in Neuss wurde er gefordert: Ein Ernährungsrat, der sich damit beschäftigen soll, gesunde Ernährung und eine ökologisch nachhaltige Nahrungsmittelproduktion ins Bewusstsein der Bürger zu rücken.

Den Stein ins Rollen brachte die sozial engagierte Neusserin, Agnes Groschke-Faruß, Mitglied der Grünen und Sprecherin der Initative Casa Meertal. Berlin könne als Vorbild dienen, dort bildete sich auf Initiative aus der Bürgerschaft 2016 der Ernährungsrat.

Das möchte Agnes Groschke-Faruß auch für die Quirinus-Stadt. Im Ernährungsrat sollen alle Akteure mitmachen können, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Sie sollen Konzepte entwickeln und Aktionen auf den Weg bringen. Am Ende soll der gemeinsame Einsatz für eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Nahrungsproduktion- und verteilung in Neuss stehen. Besonders im Fokus: Kinder und Jugendliche, sie sollen weitreichend in dem Bereich aufgeklärt werden.

Der dementsprechend formulierte Antrag wurde dem Ausschuss für Anregungen und Beschwerden herangetragen. Nachdem sich Agnes Groschke-Faruß noch einmal dazu geäußert hatte, ist der Antrag dem Hauptausschuss vorgelegt worden. Dieser lehnte den Antrag allerdings einstimmig ab. Es soll keinen Ernährungsrat als eigenständiges Gremium geben.

Auch der Antrag von Michael Kinkicht (Grüne), den Antrag in den Umweltausschuss zu verschieben, scheiterte. Die Verwaltung sehe keinen Bedarf für einen Ernährungsrat, dieser Meinung schlossen sich SPD, FDP, AfD und UWG an. Die Stadt wolle versuchen für diese Arbeit die Foren der bürgerschaftlichen Neuss-Agenda zu gewinnen.

Nun hat Agnes Groschke-Faruß unter dem Dach der Agenda 21 die Gründung des Ernährungsrates selbst organisiert. Für das Projekt konnte sie Petra und Heinrich Hannen vom Bioland Lammertzhof Kaarst gewinnen. Beim ersten Treffen kamen 18 Personen zusammen, dabei wurden kurz- bis längerfristige Ideen und Ziele festgehalten. Arbeitsaufträge wurden formuliert, werden bearbeitet und beim nächsten Treffen am Freitag, 9. August, 19 Uhr, auf dem Bioland Lammertzhof Kaarst vorgestellt.

(köf)
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