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Neuss: Eltern kämpfen gegen Chaos bei der Schulanmeldung

Wohnortnahes Schulangebot statt Abweisungen : Eltern kämpfen gegen Anmeldechaos

Monate vor dem Anmeldetermin für die weiterführenden Schulen organisiert sich die Initiative „Kurze Wege, kurze Beine“. Arbeitskreis Schulentwicklung wirbt für klare Aufnahmeregeln und Schulerweiterungen im Neusser Süden.

In Norf organisiert sich zum ersten Mal eine Elterninitiative, um für einen wohnortnahen Schulbesuch ihrer Kinder zu trommeln – und das schon Monate vor dem Anmeldetermin für die weiterführenden Schulen. Sie treibt die Sorge um, dass sich die Dramen des jüngsten Anmeldeverfahrens wiederholen, als sowohl das Gymnasium als auch die Gesamtschule Norf reihenweise Kinder abweisen mussten, die nun zum Teil durch die halbe Stadt zu einer anderen Schule reisen müssen. Lernerfolg oder Trauma? Jedenfalls ist der Termin gut gewählt: Am 9. Oktober diskutiert der Schulausschuss ein neues Schulentwicklungskonzept.

„Kurze Wege, kurze Beine“ haben die Eltern um ihre Sprecherinnen Christine Fischer und Stefani Gnegel den einprägsamen Slogan für ihre Kampagne formuliert. Beim Schulfest der St.-Andreas-Grundschule, die nur von 240 Kindern besucht wird, unterstützten 385 Festbesucher mit ihrer Unterschrift dieses Ziel. An nur einem Nachmittag, sagt Fischer. Sie spricht von einem starken Signal, das der Politik verdeutlichen soll: „Wir Eltern verfolgen die Situation sehr wach, und wir haben Ängste.“ Das, so Fischer, sollen die Politiker mit in ihre Beratungen nehmen. In einem offenen Brief fordern sie dazu, auf die deutlich steigenden Anmeldezahlen zu reagieren und den Bedarf an Plätzen kurzfristig anzupassen.

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Sicher dürfen die Eltern sein, dass zum nächsten Anmeldedurchgang für die Klasse fünf ganz klar geregelt ist, welche Schule wie viele Kinder aufnehmen kann – und wie viele Eingangsklassen sie bildet. Das sickerte aus der Arbeitsgemeinschaft Schulentwicklungsplanung durch, die über einen verlässlichen Rahmen für die weiterführenden Schulen in Neuss diskutiert. Man könne nicht erst ein Anmeldeverfahren starten und dann über die Zügigkeit beraten, heißt es. In diesem Jahr durfte das Norfer Gymnasium als Schule mit den meisten Anmeldungen einen fünften Zug bilden, aber nicht den rechnerisch möglichen sechsten. Statt dessen wurde das vierzügige Quirinusgymnasium mit Kindern aus Norf „aufgefüllt.

Klar sei  auch, dass die Kapazitäten der weiterführenden Schulen ausgebaut werden müssen und dass dabei Norf ein Schwerpunkt werden soll und muss. So will Bürgermeister Reiner Breuer anregen, die Zügigkeit des Gymnasiums Norf auszubauen und auch mehr Eingangsklassen an den fünf Gesamtschulen zu bilden. Eine Garantie, dass Norfer Kinder an Norfer Schulen angenommen werden, sei das nicht.

Das unterstreicht die Schulausschussvorsitzende Gisela Hohlmann. Man müsse bei der Schulentwicklung in erster Linie die Gesamt-Stadt im Auge behalten. Dabei gelte jede weiterführende Schule im Stadtgebiet als wohnortnah. Und Achim Fischer als Sprecher der Schulleiterkonferenz ergänzt: „Die Norfer Eltern nehmen für sich und ihre Kinder in Anspruch, was anderen nicht gewährt wird.“