Neuss: Eindrucksvolle Romanische Nacht in der Quirinusbasilika

Chor- und Instrumentalmusik : Eindrucksvolle Romanische Nacht in der Quirinusbasilika

Die rund 140 Zuhörer erlebten in drei großen Blöcken mit hoch anspruchsvoller Chor- und Instrumentalmusik einen unvergesslichen Abend.

Die beliebte „Romanische Nacht“ war in die 58. Neusser Kirchenmusikwoche integriert und bildete zugleich ihren glanzvollen Abschluss. In drei großen Blöcken mit insgesamt über vier Stunden hoch anspruchsvoller Chor- und Instrumentalmusik erlebten gut 140 Zuhörer einen unvergesslichen Abend, den der Kammerchor „Musa Horti“ aus Löwen eröffnete.

Die beglückende Premiere dieses exzellenten Chores in der Quirinusbasilika ist dem zur Zeit intensiven Dialog zwischen dem belgischen Leuven und Neuss zu verdanken. Der Chor sucht unter der Leitung seines Gründers Peter Dejans seit 1989 nach neuen Wegen in der Vokalmusik jüngerer Komponisten.

Faszinierendes Beispiel war das „Lume“ (Licht) zu 16 Stimmen der jungen schwedischen Komponistin Andrea Tarrodi (36). Die impressionistische Chorfantasie erinnert an heiße fallende Luft. Über schillerndem Klangteppich führen zwei Solosoprane (Liesbeth Kempenaers und Stien Martens) eine glasklare Melodie nach oben. Der Psalm 28, „Singet dem Herrn ein neues Lied“, des belgischen Komponisten Vic Nees (1936 – 2013) hatte indirekt einen Bezug zur Quirinusstadt. Denn die „Neusser Messe“ für Chor, Orgel und Trompete, die Vic Nees 1998 komponierte, hat bisher einzig „Musa Horti“ in einer blendenden Aufnahme auf CD eingespielt.

Zum berauschenden Dialog wurde der erste Teil, als „Musa Horti“ zusammen mit dem Neusser Kammerchor an der Basilika „Capella Quirina“ die Motette „Richte mich Gott“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und den Chor „O Maria, maris stella“ des amerikanischen Komponisten William Hawley sangen. Unter der Leitung von Münsterkantor Joachim Neugart (Mendelssohn) und Peter Dejans (Hawley) konnte man Chor à cappella in allen Farben und Schattierungen genießen. Selbst Fortissimo blieb klangschön, auch wegen der durch den guten Besuch herrschenden wunderbaren Akustik. In drei Kompositionen zeigte die „Capella Quirina“ eindrucksvoll, dass auch sie zu den Spitzen-Kammerchören gehört.

Der unerhört starke Beifall brachte sicherlich auch den Wunsch zum Ausdruck, dass sich die Zusammenarbeit beider Kammerchöre über dieses Jahr hinaus fortsetzen möge. Im zweiten Teil begeisterte einmal mehr in Neuss Deutschlands einziger Panflötist mit Konzertexamen, Matthias Schlubeck. Vom Neusser Kammerorchester (NKO) sehr einfühlsam begleitet, spielte er barocke Werke, aber auch John Rutters „Suite Antique“ für Flöte, Cembalo (Peter Höngesberg) und Streicher.

Die letzte Stunde gehörte dem Münsterchor Neuss, der das fünfsätzige Chorwerk „Lux Aeterna“ für bis zu siebenstimmigen Chor und Kammerorchester des amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen aufführte. Das NKO war durch erlesene Bläser verstärkt. Der Höhepunkt aber war der dritte Satz „O Nata Lux“, den der Münsterchor unter der Leitung von Joachim Neugart zum Prunkstück feinen à cappella-Chorgesangs machte. Der langanhaltende Beifall dankte den vielen Mitwirkenden, die den Zuhörern einen unvergesslichen Abend bescherten.

(Nima)
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