Neuss: Ein Masterplan für die Mobilität in der Innenstadt

Mobilität in Neuss : „Masterplan Mobilität“ für die Innenstadt

Arbeitsgruppe „Urbane Mobilität“ entwickelt Ideen für den Innenstadtverkehr der Zukunft. Auch die JU legt Ideen vor.

Die Innenstadt soll attraktiver werden. Die Arbeitsgruppe „Urbane Mobilität“ arbeitet derzeit ein Konzept aus, das bis Jahresende vorgelegt werden soll. Der Zwischenbericht, der unserer Redaktion vorliegt, weist einige Maßnahmen rund um die Verkehrsregelung in der City aus. Da Parksuchverkehr im öffentlichen Raum deutlich länger dauere als die Fahrt ins Parkhaus, das Parken dort aber teurer als im öffentlichen Raum sei, sollen zum Beispiel die Preise angeglichen werden. Die Verwaltung wurde nach einem SPD-Antrag im Planungsausschuss bereits beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, das die Parkhäuser attraktiver macht, zugleich soll ein System für ticket- und bargeldlose Zahlung per App eingerichtet werden. Die Arbeitsgruppe avisiert auch eine alternative Anfahrtsroute zum Parkhaus Galeria Kaufhof/Meererhof, um Sebastianusstraße und Glockhammer zu entlasten.

Darüber hinaus soll geprüft werden, ob die obersten Parkebenen im Niedertor-Parkhaus für Anwohnerparken genutzt werden können – mit dem Ziel, dass weniger Stellplätze im öffentlichen Raum benötigt werden und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden kann.

Neben der Beschäftigung der Arbeitsgruppe „Urbane Mobilität“ hat die Junge Union (JU) jetzt ein Positionspapier vorgelegt. Geht es nach den Plänen der Jugendorganisation der CDU, soll die erste Parkstunde in den Parkhäusern Tranktor, Rheintor und Niedertor künftig kostenfrei sein. Die jungen Politiker nehmen zudem die Bewegungsfreiheit beim Stadtbummel in den Blick. Diese soll verbessert werden. „An Wochenenden lässt sich feststellen, dass Fußgänger auf ihrem Weg durch die Stadt durch kreuzende Pkw an ihrem Einkaufsbummel gehindert werden. Eine Sperrung der Sebastianusstraße würde daher einen Innenstadtbesuch attraktiver gestalten“, meint JU-Vorsitzender Jean Heidbüchel. „Der Verkehrsfluss könnte weiterhin über die Hafen- und Zollstraße erfolgen sowie mit dem Bus über die parallel laufende Bustrasse.“

Auch die Straßenbahn nimmt die JU in ihrem Positionspapier in den Fokus. Sie sorge vor allem an Wochenendabenden rund um den Hauptstraßenzug immer wieder für gefährliche Situationen. „Daher sollte der Verkehr ab Freitagabend eingestellt werden“, meint Heidbüchel.

Einige der Ideen, die die JU vorschlägt, wurden bereits diskutiert und sind keineswegs neu. Und das, was in der Arbeitsgruppe „Urbane Mobilität“ geplant wird, geht weit darüber hinaus. „Aber es ist ein gutes Signal, wenn sich junge Menschen mit der Innenstadt und ihrer Attraktivität beschäftigen“, sagt Christoph Napp-Saarbourg, Vorsitzender der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN). Jeder Vorschlag habe allerdings sein Für und Wider. Die Anregung, die Sebastianusstraße zu sperren, sieht Napp-Saarbourg zum Beispiel kritisch. „Wir haben alleine durch die Baustellen schon genug gesperrte Straßen in Neuss.“ Man müsse die Erreichbarkeit der City gewährleisten. Und die erste Stunde in den drei von der JU genannten Parkhäusern für Nutzer kostenfrei zu halten, bedeute, dass bei der Cityparkhaus GmbH Einnahmen ausbleiben. Zugleich muss und soll diese allerdings in die Parkhäuser investieren.

Bei der SPD sieht man die JU-Vorschläge zurückhaltend. „Da gibt es schon wesentlich umfangreichere Ideen“, sagt SPD-Chef Sascha Karbowiak.

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