Patchwork-Familie der anderen Art in Neuss Ein Leben mit Pflegekindern

Nordstadt · Eine Patchwork-Familie der anderen Ort: Neben der leiblichen Tochter Susanne haben Claudia und Christian Föhr auch Pflegekinder groß gezogen.

 Eine zufriedene Familie (v.l.): Maik, Susanne, Fabian, Claudia und Christian Föhr.

Eine zufriedene Familie (v.l.): Maik, Susanne, Fabian, Claudia und Christian Föhr.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Wenn man Claudia Föhr nach ihren Erfahrungen als Pflegemutter fragt, verweist sie nach einigen Gesprächsminuten an ihren Mann Christian. Schließlich verbringe dieser mehr Zeit mit den Kindern als sie. „Als vor 20 Jahren unsere Tochter Susanne geboren wurde, haben wir es anders gemacht als das Gros der Deutschen“, erklärt die 52-Jährige die Hintergründe. „Mein Mann ist nämlich zu Hause geblieben und ich bin weiter arbeiten gegangen.“

Die Furtherin, die für die SPD im Neusser Stadtrat sitzt, ist als gelernte Erzieherin seit vielen Jahren für das Dormagener Jugendhilfezentrum Raphaelshaus tätig. Heute ist sie Leiterin einer stationären Außenwohngruppe in Neuss. Christian Föhr gab für die Familie damals seine Stelle bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein auf. Drei Pflegekinder haben die Föhrs seitdem aufgenommen. Als erster kam Maik im Alter von zwölf Jahren zu ihnen. „Wir hatten zunächst ein anderes Kind im Blick, doch das verhielt sich Kleineren gegenüber aggressiv. Eine Betreuung war so wegen unserer damals zweijährigen Tochter nicht möglich“, erzählt Claudia Föhr. Denn das hatten die Eltern bei der längeren und intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema im Vorfeld gemeinsam vereinbart: „Die Aufnahme von Pflegekindern durfte nicht auf Susannes Kosten gehen“, betont Christian Föhr.

Ein Versprechen, das sie halten konnten. Susanne, inzwischen 20 Jahre alt, spricht ganz selbstverständlich von ihren „Brüdern“, die in ihr die „Schwester“ sehen. „Sie haben ein gutes Verhältnis untereinander“, sagt die Mutter. Sowohl mit dem 30-jährigen Maik als auch mit dem 13-jährigen Fabian, der als Dreijähriger aufgenommen wurde. Zum dritten Pflegesohn haben sie keinen Kontakt mehr, er war allerdings auch nur zwei Jahre bei den Föhrs.

Das Ehepaar aus der Nordstadt sagt, dass es innerhalb der Familie keine großen Probleme durch die Aufnahme der Pflegekinder gegeben habe. Das allgemeine Feedback sei positiv gewesen. „Allerdings haben viele gesagt, dass sie selbst diesen Schritt nicht machen würden.“

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