Neuss: Ehrenamtliche Hilfe im Lukaskrankenhaus

Grüne Damen im Lukaskrankenhaus Neuss : Ehrenamtliche Helfer unterstützen Patienten

Grün ist normalerweise ihr Markenzeichen. Doch im Lukaskrankenhaus tragen sie die Farbe Rosa. Nur ihr Namensschild verrät: Sie zählen zu den „Grünen Damen und Herren“ der freiwilligen Krankenhaushilfe.

Ihre ehrenamtliche Arbeit beginnt dort, wo Ärzte, Schwestern und Pfleger aufhören (müssen). 31 Frauen und immerhin drei Männer unterstützen die Patienten im Lukaskrankenhaus während ihres Klinikaufenthaltes. Sie kümmern sich um deren Belange, spenden Trost, erledigen kleine Besorgungen oder hören einfach nur zu.

„Wir übernehmen all das, wozu das Pflegepersonal keine Zeit hat“, erklärt Beate Messing, Leiterin des ehrenamtlichen Teams. Sie teilt die Ehrenamtler ein, die einmal pro Wochen von montags bis freitags ab 8 Uhr morgens bis mittags auf den unterschiedlichsten Stationen unterwegs sind. Unter ihnen ist auch Rudolf Dressler, einer der drei Männer unter dem mehrheitlich weiblichen „rosa“ Team. Seit drei Jahren gehört er dazu und besucht vor allem die Patienten auf der urologischen Station. „95 Prozent von ihnen sind Männer und man merkt schon, dass die sich freuen, wenn sie von Mann zu Mann sprechen können“, erzählt Dressler. Da werde dann sogar mal gemeinsam geflachst, sagt er.

Es gibt sie aber auch – die tieftraurigen und tragischen Momente im Lukaskrankenhaus. Marianne Quinders hat dies soeben auf der onkologischen Station erlebt. Ein schwerstkranker Patient, der als austherapiert gilt, habe sie mit den Worten begrüßt: „Ich suche mir soeben meinen Sarg aus.“ Der Mann – erst Mitte 40 Jahre alt – habe ihr aber auch eine wichtige Anregung mit auf den Weg gegeben. „Es müsste mehr Hilfe für Angehörige angeboten werden, hatte er empfohlen“, erzählt Quinders.

Beim gemeinsamen Frühstück, zu dem sich das Team im Speisehaus trifft, erzählt die 83-Jährige davon. Ihr ist anzumerken, wie sehr diese Begegnung sie bewegt hat – auch wenn sie bereits seit 20 Jahren ehrenamtlich im Lukaskrankenhaus tätig ist.

„Unser Frühstück dient unter anderem als Ventil nach solchen Erlebnissen“, sagt Angelina Nawe. Die 56-Jährige zählt zu den jüngsten im Team, dem sie seit sieben Jahren angehört. „Hier haben wir unseren Gedanken- und Erfahrungsaustausch“, so Beate Messing. Gemeinsam mit Christel Hoefer-Book zählt sie zu den dienstältesten rosa Ehrenamtlern im Lukas. Seit 30 beziehungsweise 35 Jahren sind sie im Schnitt einmal wöchentlich für die Patienten im Lukas da. „Wir sind neutral, unterliegen der Schweigepflicht und kümmern uns um die persönliche Betreuung“, fasst Messing die Aufgaben zusammen.

Auf die Frage zur persönlichen Motivation, gibt es ganz individuelle Antworten: Elke Frankenheim, die sich auf der Palliativstation im Lukas gut betreut gefühlt hatte, als ihr Mann dort verstorben war, wollte „was zurückgeben“. Seit neun Jahren freut sie sich über die abwechslungsreichen Vormittage und dass es ihr danach persönlich immer gleich besser gehe. Angelina Nawe findet die Tätigkeit spannend, weil sie „die ganze Bandbreite der Menschen kennenlernen kann“. Rudolf Dressler reizt die karitative Tätigkeit. Und Marianne Quinders sagt: „Ich habe mich mein ganzes Leben lang um andere gekümmert. Es liegt mir, Menschen zu betreuen.“

Die Krankenhaushilfe sucht regelmäßig Verstärkung. Wer Interesse hat, meldet sich bei Beate Messing: 02131 82335.

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