1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: DLRG rettet drei Kinder aus dem Rhein

Rettungsschwimmer aus Neuss : DLRG rettet drei Kinder aus dem Rhein

Während einer Patrouillenfahrt entdeckten die Rettungsschwimmer die Kinder in Not. Sie waren offenbar von der  Strömung hinausgezogen worden. Der Zustand des 18-Jährigen, der am Samstag in einem See in Meerbusch unter Wasser geriet, ist unverändert kritisch.

Lutz Seebert findet deutliche Worte. „Fünf Minuten später, und es wäre wohl zu spät gewesen“, sagt der Einsatzleiter der DLRG-Ortsgruppe Neuss. Am Sonntagabend hatten die Lebensretter bei einer Patrouillenfahrt auf dem Rhein drei Kinder in Not entdeckt. Sie waren am Himmelgeister Ufer offenbar beim Spielen zu weit in den Fluss geraten und von der Strömung mitgezogen worden. Etwa zwölf Meter seien sie inzwischen vom Ufer entfernt gewesen. „Zwei Kinder versuchten, ein drittes Kind über Wasser zu halten. Aber das schafften sie nicht“, sagt Seebert. Ein speziell ausgebildeter Strömungsretter sprang – mit Neoprenanzug und Rettungsweste ausgestattet – sofort ins Wasser und bekam einen fünf Jahre alten Jungen, der sich schon unter Wasser befand, zu fassen. „Wären wir nur ein bisschen später vorbeigekommen, hätte es der Junge wohl nicht geschafft“, meint Seebert. Die Bootsbesatzung nahm die beiden anderen Kinder auf und brachte sie in Sicherheit.

Die drei Kinder – neben dem Fünfjährigen handelte es sich um einen sechs Jahre alten Jungen und ein acht Jahre altes Mädchen – sind dann von der Besatzung des Bootes „Pelikan 0/RTB/2“ an Land gebracht und der Mutter übergeben worden, die bereits besorgt am Himmelgeister Rheinufer wartete. „Die Kinder waren ansprechbar und schienen soweit in Ordnung zu sein. Sicherheitshalber wurde aber trotzdem ein Rettungswagen gerufen“, erklärt Seebert. Kinder und Mutter seien leicht geschockt gewesen. Weitere Angaben waren auf Nachfrage nicht zu erfahren.

 Die DLRG bei einer Patrouillenfahrt auf dem Rhein.
Die DLRG bei einer Patrouillenfahrt auf dem Rhein. Foto: DLRG Neuss/DLRG Neuss hat eine Wachstation

Die DLRG Ortsgruppe Neuss unterhält ihre Rheinwache in Uedesheim und passt mit auf, dass im gesamten Neusser Rheinbereich nichts passiert. Da der Himmelgeister Sandstrand direkt gegenüber ist, haben die Neusser auch diesen Abschnitt im Blick. Etwa alle anderthalb bis zwei Stunden machen die Rettungsschwimmer, Bootsführer und Helfer zudem eine Patrouillenfahrt – und wissen, wie tückisch der Rhein ist. „Wir raten dringend davon ab, dort baden zu gehen. So schön zum Beispiel der Himmelgeister Sandstrand auch sein mag: Am besten bleibt man ganz aus dem Wasser“, betont Seebert. „Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich.“ Diese Warnung gilt explizit nicht nur für Kinder. „Bei entsprechender Strömung reißt es auch einen durchaus starken Mann fort“, erklärt Seebert.

Um genau in solchen Fällen das Schlimmste zu verhindern, sind die DLRG-Mitglieder in Uedesheim vor Ort. Allein im vergangenen Jahr haben sie während der Sommersaison mehr als 4800 Wachstunden dort verbracht. Rund 30 Rettungsschwimmer plus Helfer sind dabei in Uedesheim über die Saison im Einsatz. Am Sonntag waren insgesamt 13 Leute vor Ort.

 Zur Sicherheit wurde am Sonntag ein Krankenwagen gerufen.
Zur Sicherheit wurde am Sonntag ein Krankenwagen gerufen. Foto: DLRG Neuss

Allerdings erweist sich nicht nur der Rhein als gefährlich. Bereits am Samstag hatte es gegen 16.30 Uhr einen Unfall an einem unbewachten Badesee in Meerbusch-Bösinghoven gegeben. Dort war ein 18 Jahre alter Neusser in Begleitung weiterer Personen geschwommen und plötzlich untergegangen. Ersthelfern gelang es zwar, ihn nach mehreren Minuten unter Wasser ans Ufer zu bringen und zu reanimieren. Der Rettungsdienst brachte den 18-Jährigen in ein Krankenhaus. Sein Zustand ist laut Polizei nach wie vor kritisch. Er befindet sich folglich nach wie vor in Lebensgefahr. Wie es zu dem Unfall auf dem See in Meerbusch-Bösinghoven kam, wird nun ermittelt.

Bereits eine Woche zuvor hatte sich ein tragisches Unglück auf dem Kaarster See ereignet. Dort war ein vier Jahre alter Junge zunächst von seiner Mutter als vermisst gemeldet und später leblos im Wasser gefunden worden. Er wurde zwar vor Ort reanimiert und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Dort allerdings verstarb der Vierjährige am darauffolgenden Tag.